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Littering Kosten für die Ernährungsindustrie?

Lebensmittel Praxis | 20. August 2020
Littering: Kosten für die Ernährungsindustrie?
Bildquelle: Gary Chan / Unsplash

Plastik und Verpackungen machen einen beachtlichen Teil des Straßenmülls aus. Eine Studie hat nun berechnet, wie viel Geld deren Entsorgung kostet. Denn künftig sollen auch Hersteller dafür zahlen. Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) warnt in diesem Zusammenhang vor einer weiteren übermäßigen Kostenbelastung der Ernährungswirtschaft.

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Bundesumweltministerin Svenja Schulze und der Präsident des Verbands kommunaler Unternehmen Michael Ebling stellten nun Studienergebnisse zu Abfallmengen und Reinigungskosten von Littering vor. Als Littering wird das achtlose Wegwerfen von Müll im öffentlichen Raum bezeichnet. 

Plastik- und Verpackungsmüll machen dieser Studie zufolge mehr als 40 Prozent des Straßenmülls aus und verursachen Entsorgungskosten in Millionenhöhe. So kostet allein die Entsorgung von Einwegplastik und Zigarettenresten 700 Millionen Euro im Jahr. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) möchte diese Kosten künftig anders verteilen, wie sie heute in Berlin sagte: „Ich möchte die Bürgerinnen und Bürger entlasten und die Einwegplastikhersteller stärker zur Kasse bitten. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit."

Die im Mai 2019 in Kraft getretene „EU-Richtlinie über die Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt“ sieht unter anderem vor, dass derjenige, der bestimmte Einwegkunststoffartikel in der Öffentlichkeit wegwirft, sich an den Kosten für kommunale Reinigungsmaßnahmen beteiligen muss. Sie „stellt klar, dass eine Kostenbeteiligungspflicht der Wirtschaft an bestimmte Voraussetzungen geknüpft ist,“ erklärt Peter Feller, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der BVE.

Feller bezweifelt, ob sich die Studie als Datenbasis für den Gesetzgeber bei der Umsetzung der EU-Richtlinie eignet: „Diese Studie ist nur eine Momentaufnahme.“ Sie berücksichtige nicht, dass der Verpackungsmarkt gegenwärtig einem starken Wandel unterworfen ist, der durch den Rückgang von Kunststoffverpackungen gekennzeichnet ist, so Feller. Darauf sei bei der Berechnung der Kostenbeteiligung zu achten.