Lidl hat sich in einem europäischen Nachhaltigkeitsvergleich als führender Lebensmittelhändler durchgesetzt. Der Discounter erreichte in vier Ländern, darunter Deutschland, Spitzenplätze im Leistungsvergleich Superlist Umwelt Europa. Das teilte die Initiative hinter dem Vergleich mit, die von der niederländischen Denkfabrik Questionmark geleitet wird. Als einziger deutscher Händler legte Lidl demnach einen detaillierten Fahrplan zur Emissionsreduktion vor, der neben kurz- und langfristigen Zielen für 2035 und 2050 auch die erwarteten Emissionsreduktionen je Lebensmittelkategorie aufzeigt.
Die Analyse verglich 27 Händler in acht nationalen Märkten und bewertete deren Leistungen in zwei Bereichen: die Übereinstimmung mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens und die Anstrengungen, einen höheren Anteil pflanzlicher Lebensmittel zu verkaufen. Laut einem Bericht von McKinsey und Eurocommerce gehen rund die Hälfte der Lieferkettenemissionen europäischer Supermärkte auf tierische Produkte zurück. Neben Lidl zählen den Angaben zufolge Aldi Süd und Rewe zu den fünf nachhaltigsten Lebensmitteleinzelhändlern Europas.
Im nationalen Vergleich konnte Rewe Aldi Süd überholen. Dies gelang dem Vollsortimenter nach Angaben der Initiative durch kombinierte Anstrengungen im Klimaschutz und bei der Proteinvielfalt. Edeka, Kaufland und Aldi Nord hinken bei den Nachhaltigkeitsleistungen noch hinterher. Aldi Nord arbeitet als einziger deutscher Einzelhändler noch ohne ein Netto-Null-Ziel, wie die Analyse ergab.
Lidl und Rewe zahlen Lieferanten für Nachhaltigkeitsmaßnahmen
Viele europäische Händler verzeichnen einen Anstieg der Gesamtemissionen. Nur fünf der 27 untersuchten Supermärkte, darunter Kaufland und Rewe, haben es geschafft, ihre Emissionen zu senken. Europaweit lässt bislang jeder dritte Supermarkt Maßnahmen vermissen, um seine Proteinverkäufe am Wohlergehen von Mensch und Planet auszurichten, heißt es in der Mitteilung. „Wer im europäischen Einzelhandel zukunftsfähig sein will, muss Nachhaltigkeit als harten Wettbewerbsfaktor begreifen“, zitierte die Initiative Florian Wall, Associate Director Germany bei Madre Brava.
Lidl und Rewe unterstützen nach eigenen Angaben ihre Lieferanten bei Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Lidl zahlt Milchlieferanten, die nachhaltige Praktiken umsetzen, einen Aufschlag. Rewe unterstützt die Lieferanten seiner Eigenmarken-Produkte mit einem Klimaschutzfonds-Programm. Um die finanziellen Mittel zu erhalten, müssen die Lieferanten quantifizierte und dauerhafte Ziele zur Emissionssenkung vorlegen.

