Das Molkereikühlregal wird zum Trendradar. Während früher vor allem Milch, Butter und Joghurt das Bild prägten, gewinnen heute fermentierte Drinks wie Kefir und Ayran zunehmend an Raum.
Beide Getränke blicken auf jahrhundertealte Traditionen zurück und treffen zugleich den Nerv einer zeitgemäßen, bewussten Ernährung. Kefir hat seinen Ursprung im Kaukasus, wo er seit Generationen durch natürliche Fermentation hergestellt wird. Ayran ist bis heute fester Bestandteil der türkischen Alltagsküche und gilt dort als Nationalgetränk.
Kefir und Ayran im Vergleich
Obwohl Kefir und Ayran auf unterschiedliche Weise entstehen, haben sie eine zentrale Gemeinsamkeit: Beide enthalten Milchsäurebakterien, die den Aufbau und Erhalt einer gesunden Darmflora unterstützen können. Gleichzeitig sorgen sie durch ihre natürliche Säure für Erfrischung und gute Bekömmlichkeit. Durch die Fermentation ist der Laktosegehalt reduziert, weshalb viele Menschen mit leichter Laktoseunverträglichkeit beide Getränke besser vertragen als herkömmliche Milch.
Kefir enthält bei vergleichsweise wenigen Kalorien viel Eiweiß, Calcium und B-Vitamine. Er schmeckt mild-säuerlich mit einer feinen Kohlensäure. Traditionell hergestellter Kefir kann aufgrund der natürlichen Gärung 0,1 bis 0,6 Volumenprozent Alkohol enthalten. Im Handel dominiert jedoch milder Kefir, der nahezu alkoholfrei ist.
Ayran ist ein gesalzenes Getränk aus Joghurt, Wasser und Salz mit einem niedrigen Fett- und Kaloriengehalt. Der Joghurt verleiht ihm eine cremige Konsistenz und einen mild-säuerlichen Geschmack. Ayran ist besonders beliebt zu scharfem Essen, da er die Schärfe mildert. Gut gekühlt eignet er sich auch als Erfrischung im Sommer oder nach sportlichen Aktivitäten, um den Flüssigkeits- und Salzhaushalt zu unterstützen. Für zusätzliche Geschmacksakzente können Kräuter wie Minze oder Basilikum sorgen.
Gesundheit als Kaufargument
Eine Befragung der Andechser Molkerei zeigt, dass fermentierte Milchgetränke längst im Alltag vieler Konsumenten angekommen sind. Im August 2025 wurden 500 Kefir-Konsumenten im Alter von 16 bis 65 Jahren in Deutschland repräsentativ befragt. Mehr als die Hälfte der Befragten trinkt Kefir mindestens einmal pro Woche, rund ein Drittel sogar mehrmals wöchentlich oder täglich. Dabei stehen gesundheitliche Aspekte im Vordergrund: Über 90 Prozent wissen um die enthaltenen aktiven Kulturen, mehr als 80 Prozent verbinden Kefir mit positiven Effekten auf Aussehen, Haut und Haare. Fast vier von fünf Befragten gehen davon aus, dass fermentierte Produkte wie Kefir dauerhaft Teil der modernen Ernährung bleiben.
Händlerwissen kompakt
Zielgruppe: Ayran wird vor allem von jungen, urbanen und ethnisch geprägten Shoppern nachgefragt. Kefir von gesundheitsaffinen Kunden mit Fokus auf Probiotika und Fitness.
Platzierung: Kefir passt zu Trinkjoghurt und Proteinprodukten, Ayran profitiert zusätzlich vom internationalen Sortiment. Beide eignen sich für die To-go-Platzierung.
Das sorgt für Rückfragen: Der salzige Geschmack ist typisch für Ayran. Bei Kefir können aufgrund der Fermentation Kohlensäure und ein gewölbter Deckel auftreten.
Handling: Durchgängige Kühlung und Kontrollen des Mindesthaltbarkeitsdatums sind entscheidend. Sichtprüfungen helfen bei der Einordnung produkttypischer Eigenschaften.
Kefir im Feed
Social Media verleiht Kefir neue Aufmerksamkeit. Auf Tiktok und Instagram wird das fermentierte Milchgetränk als Bestandteil von „Glow-Drinks“, Selfcare-Routinen und „Good-Health“- Challenges inszeniert. Besonders bei der Gen Z stößt Kefir auf Interesse: Mehr als ein Viertel der Konsumenten wurde laut einer Befragung der Andechser Molkerei erst über Social Media auf das Produkt aufmerksam. Gesundheit, Darmflora und Beauty-Aspekte stehen dabei im Vordergrund.

