Fleischindustrie Vion verkauft Schlachthöfe in Crailsheim und Waldkraiburg

Der niederländische Fleischkonzern Vion gibt zwei weitere deutsche Standorte ab. Die Werke in Crailsheim und Waldkraiburg gehen an Boeser Frischfleisch und OSI Europe Foodworks. Auch für die übrigen deutschen Standorte sucht Vion nach Käufern.

Montag, 20. April 2026, 11:03 Uhr
Manuel Glasfort
Vion hat Käufer für zwei Schlachthöfe in Deutschland gefunden, die eigentlich an Tönnies gehen sollten. Bildquelle: Vion Food Group

Die Vion Food Group trennt sich von zwei weiteren Standorten in Deutschland. Das niederländische Fleischunternehmen hat Verträge über den Verkauf seiner Werke in Crailsheim und Waldkraiburg unterzeichnet, wie Vion mitteilte. Käufer sind demnach Boeser Frischfleisch für den Standort Crailsheim und OSI Europe Foodworks für Waldkraiburg. Beide Transaktionen stehen noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe.

Die beiden Standorte sollten eigentlich zusammen mit einem weiteren Standort in Buchloe an den Fleischriesen Premium Food Group, ehemals Tönnies, gehen. Allerdings hatte das Bundeskartellamt die Übernahme Mitte vergangenen Jahres untersagt. Für den Standort in Buchloe im Ostallgäu hat Vion bisher keinen Deal vermeldet.

Die beiden nun verkündeten Verkäufe sind Teil der im Juni 2024 angekündigten strategischen Neuausrichtung, mit der sich Vion stärker auf die Benelux-Region konzentrieren will. Auch für die übrigen deutschen Standorte sucht das Unternehmen nach eigenen Angaben nach Lösungen. Für den Rindfleischstandort Buchloe gebe es konkretes Interesse mehrerer Parteien. Für die Best-Hides-Standorte in Memmingen und Eching-Weixerau würden alternative Optionen verfolgt. Vion führe zudem Gespräche zu weiteren Standorten und Geschäftsaktivitäten.

Am Standort Crailsheim schlachtet Vion nach eigenen Angaben jährlich rund eine Million Schweine und 95.000 Rinder. Dort arbeiten 593 Beschäftigte. Käufer Boeser Frischfleisch ist laut der Mitteilung ein auf Grob- und Feinzerlegung von Schweinefleisch spezialisiertes Unternehmen, das Handel und Lebensmittelindustrie beliefert. In Waldkraiburg werden den Angaben zufolge jährlich rund 163.000 Rinder geschlachtet, 338 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Käufer OSI ist ein international tätiges Lebensmittelunternehmen mit Schwerpunkt in der Fleischverarbeitung.

Vion-Chefin Klimp will Standorten langfristige Perspektive geben

„Crailsheim und Waldkraiburg sind wichtige Standorte für Mitarbeitende, Landwirte und Kunden in ihren Regionen“, zitierte Vion die Konzernchefin Tjarda Klimp in der Mitteilung. Ziel sei es, beiden Standorten „eine stabile und langfristige Perspektive zu geben“. Beide Transaktionen sind als sogenannte Share Deals strukturiert. Der Vollzug soll laut Vion in den kommenden Monaten erfolgen. Bis dahin laufe der Betrieb an allen Standorten wie gewohnt weiter.

Vion beschäftigte im Jahr 2024 nach eigenen Angaben 8.383 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen betreibt Produktionsstandorte in den Niederlanden und Deutschland sowie Vertriebsniederlassungen in mehreren Ländern.

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