Die Vion Food Group verkauft ihren Schlachtstandort im bayerischen Buchloe an die irische ABP Food Group. Beide Seiten hätten eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, teilte Vion mit. Die Transaktion steht demnach noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung. Es handelt sich um den dritten Standortverkauf in Deutschland innerhalb weniger Wochen.
Am Standort Buchloe verarbeitet Vion nach eigenen Angaben jährlich rund 90.000 Rinder. Etwa 270 Beschäftigte arbeiten dort. Käuferin ABP ist laut der Mitteilung ein familiengeführtes Unternehmen mit Sitz in Irland, das in der Rindfleischverarbeitung tätig ist und Standorte in Irland, Großbritannien und weiteren europäischen Ländern betreibt. Der Verkauf ist als sogenannter Asset Deal strukturiert. Bis zum Abschluss bleibe der Standort voll in Betrieb, so Vion.
Erst Mitte April hatte Vion den Verkauf seiner Werke in Crailsheim und Waldkraiburg bekanntgegeben. Crailsheim geht an Boeser Frischfleisch, Waldkraiburg an OSI Europe Foodworks. Ursprünglich sollten alle drei Standorte – Crailsheim, Waldkraiburg und Buchloe – an die Premium Food Group, ehemals Tönnies, gehen. Das Bundeskartellamt hatte diese Übernahme jedoch Mitte 2025 untersagt. Für Buchloe musste Vion daher einen neuen Käufer finden.
Die Verkäufe sind Teil einer im Juni 2024 angekündigten strategischen Neuausrichtung, mit der sich der niederländische Fleischkonzern stärker auf die Benelux-Region konzentrieren will. Vion sucht auch für weitere deutsche Standorte nach Lösungen – etwa für die Best-Hides-Standorte in Memmingen und Eching-Weixerau. Vion-Chefin Tjarda Klimp bezeichnete den Verkauf von Buchloe in der Mitteilung als „Ergebnis eines gründlichen und anspruchsvollen Prozesses“. Man habe „alle relevanten Interessen sorgfältig abgewogen, um für diese deutschen Standorte die passenden Partner zu finden“.
Vion erwirtschaftete im Jahr 2024 nach eigenen Angaben mit rund 8.400 Beschäftigten einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro.