Kaum irgendwo auf der Welt ist Honig so beliebt wie bei uns in Deutschland. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von gut 1 Kilogramm pro Jahr halten die Bundesbürger weltweit eine Spitzenposition. In den Nachbarländern Österreich und Schweiz ist der Verbrauch mindestens genauso hoch. Manche Statistiken weisen dort 1,2 Kilogramm pro Kopf aus.
Alle Länder aufs Etikett
Ab Mitte Juni 2026 tritt eine wichtige Änderung in Kraft, sie betrifft die Deklaration von Honig. Was der Handel wissen muss: Ab 14. Juni 2026 müssen bei Mischhonigen alle Ursprungsländer auf dem Etikett angegeben werden. Kennzeichnungen wie „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ sind dann nicht mehr zulässig. Stattdessen müssen alle Herkunftsländer eines Mischhonigs in absteigender Reihenfolge und mit ihren jeweiligen Anteilen auf dem Etikett erscheinen – gut sichtbar auf der Vorderseite. „Verbraucher können damit endlich nachvollziehen, woher der Honig im Supermarkt stammt“, begrüßt der Deutsche Imkerbund die angekündigte Änderung.
Ernte 2025 abverkaufen
Honige, die vor dem 14. Juni 2026 abgefüllt und etikettiert werden, dürfen noch abverkauft werden. Somit werden die alten Ursprungsangaben noch eine Weile in den Regalen der Supermärkte zu finden sein. Es ist laut Imkerbund davon auszugehen, dass Honiggläser mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum nach dem 13. Juni 2028 die genauen Ursprungsbezeichnungen tragen müssen.
Vielseitig einsetzbar
In der Küche gilt Honig als Allrounder. Er dient nach Angaben des Honig-Verbands zu weit mehr als nur Brotbelag. Das Produkt der Biene eignet sichals Süßungsmittel in Tee, Gebäck und Kuchen. Es schmeckt im Salatdressing und gibt Marinaden ein gutes Aroma. Im Vergleich zum raffinierten Haushaltszucker schneidet Honig in einigen Aspekten besser ab: Er weist eine höhere Süße auf, 100 Gramm Zucker lassen sich durch 75 Gramm Honig ersetzen. Zudem enthält er Antioxidantien, Spurenelemente und Enzyme, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken können. Aufgrund seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung verwendet man Honig auch zur Bekämpfung von Erkältungssymptomen.
Import sichert Versorgung
Heimische Imker – davon gibt es zurzeit etwa 143.000 – ernten zwischen 15.000 und 25.000 Tonnen Honig pro Jahr. Das entspricht etwa 20 Prozent der Menge, die aktuell bei uns verzehrt werden. Entsprechend groß ist der Import aus anderen Ländern, er deckt mehr als 70 Prozent der konsumierten Menge. Nach Angaben des Honig-Verbands mit Sitz in Hamburg stammen fast 45 Prozent der Importware aus nur drei Ländern: der Ukraine, Argentinien und Mexiko. Entgegen der weitverbreiteten Meinung spielt China nur eine untergeordnete Rolle, mit einem Anteil von lediglich drei Prozent der Importe.
EU-Richtlinie sorgt für Konstanz
Der Honig-Verband betont, dass die Qualität nicht von der Herkunft abhängt, sondern vielmehr von der Arbeit der Imker und von Qualitätsstandards, die durch unabhängige Labore bestätigt werden können. Die „EU-Honig-Richtlinie“ garantiere die gleichen Standards für alle Erzeugnisse. Während Importhonige für gleichbleibenden Geschmack oft gemischt werden, schmeckt heimischer Honig von Region zu Region und von Jahr zu Jahr ein wenig anders, informiert der Imkerbund.
Händlerwissen kompakt
Platzierung: Honig am besten im Frühstücksblock platzieren! Wenn man regionalen Honig im Sortiment forcieren möchte, kann man das Regal optisch hervorheben und auf die Ware aufmerksam machen.
Zielgruppe: Ob jung oder alt – fast alle Verbraucher mögen Honig und fragen ihn nach. Eine wichtige Ausnahme bilden Säuglinge: Für Kinder unter einem Jahr ist Honig tabu. Das naturbelassene Produkt kann Sporen enthalten, die für Säuglinge gefährlich werden können.
Das sorgt für Rückfragen: Gibt es veganen Honig? Nein, das ist per Definition nicht möglich. Honigbienen sind nun einmal Insekten, also Tiere.
Handling: Honig sollte im Handel und zu Hause stets dunkel, kühl, trocken sowie unbedingt geruchsneutral gelagert werden.