Weinbau in Not Acht Bundesländer wollen Winzer stärken

Weinbauminister aus acht Bundesländern beraten über Hilfen für Winzer. Steigende Kosten und sinkender Konsum setzen die Branche unter Druck. Rheinland-Pfalz fordert unter anderem, dass alkoholfreie Weine ihre Herkunft tragen dürfen.

Donnerstag, 20. November 2025, 10:21 Uhr
Lea Pichler (mit dpa)
Der Weinbau steht welt- und europaweit unter Druck. Neue Ansätze zur Einsparung von Kosten und mehr Transparenz sollten den deutschen Weinstandort langfristig stärken. Bildquelle: Getty Images

Die für Weinbau zuständigen Minister aus acht Bundesländern treffen sich an diesem Donnerstag und Freitag im hessischen Rheingau. Sie wollen über rechtliche und wirtschaftliche Verbesserungen für Winzer beraten. Die rheinland-pfälzische Weinbauministerin Daniela Schmitt erwartet von dem ersten gemeinsamen Treffen „ein klares gemeinsames Zeichen“ gegenüber dem Bund und der EU, wie sie der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Steigende Kosten, sinkender Konsum, Überproduktion und internationale Konkurrenz setzen den Weinbau unter Druck. „Der Weinbau steht welt- und europaweit unter Druck – umso wichtiger ist es, dass wir mit einer Stimme sprechen und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe sichern“, zitierte die Agentur die FDP-Politikerin. Das größte Weinbauland in Deutschland ist Rheinland-Pfalz.

Schmitt bringt sechs Vorschläge in die Beratungen ein. Sie will, dass entalkoholisierte Weine künftig mit ihren Herkunftsregionen gekennzeichnet werden dürfen. Immer mehr Menschen greifen zu alkoholfreien oder alkoholreduzierten Weinen, teilte die Ministerin mit. Die Kennzeichnung schaffe Transparenz und eröffne den Betrieben neue Absatzchancen. Zudem fordert Schmitt klare rechtliche Rahmenbedingungen für anerkannte Erzeugervereinigungen, damit diese ihre Arbeit finanzieren können. Sie will außerdem eine eigenständige, weinbauspezifische Regelung für Rotationsbrachen schaffen, die Klimaschutz, Marktstabilisierung und betriebliche Planungssicherheit verbinde.

Schmitt will Exportregeln lockern

Beim Export deutscher Weine in Länder außerhalb Europas soll die verpflichtende Zutaten- und Nährwertkennzeichnung nach dem Willen der Ministerin wegfallen können. Diese führe zu hohen Kosten, bringe aber kaum einen Mehrwert, wie Schmitt mitteilte. Weitere Vorschläge betreffen die Digitalisierung: Die Betriebe müssten öffentliche Agrardaten maschinenlesbar nutzen und weiterverarbeiten können. Zudem soll innovative Drohnentechnik im Pflanzenschutz rechtssicher und unbürokratisch einsetzbar sein. Vor allem im Steillagenweinbau sei das entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der Betriebe.

Schmitt kritisiert die Debatte über Weinkonsum. Diese sei an vielen Stellen entgleist. „Niemand ruft zum übermäßigen Konsum auf“, zitierte die Agentur die Ministerin. „Aber wer Wein pauschal zum Gesundheitsproblem erklärt, übersieht die Realität: Unsere Winzerinnen und Winzer arbeiten verantwortungsvoll, die Branche setzt auf Aufklärung und bietet längst alkoholfreie und alkoholreduzierte Produkte an.“ Nötig sei eine sachliche Diskussion ohne Pauschalurteile und mehr Vertrauen in die Mündigkeit der Menschen.

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