Wie nah sind wir an der rauchfreien Gesellschaft?
Der klassische Zigarettenmarkt verändert sich strukturell – und zwar deutlich schneller, als es viele noch vor wenigen Jahren erwartet hätten. Der Rückgang der Rauchprävalenz in Europa, Überkapazitäten in der Verbrennungsproduktion sowie Neuausrichtungen ganzer Konzerne spiegeln diese Entwicklung wider. Gleichzeitig entstehen neue Produkte wie Nikotinbeutel, die längst Realität im deutschen Markt sind, allerdings in einem regulatorischen Vakuum.
Was bedeutet das konkret für Ihr Unternehmen?
Wir fahren das historisch profitabelste Geschäft kontrolliert zurück, während wir neue Kategorien aufbauen. Dafür investieren wir Milliarden in Forschung, Technologie und regulatorischen Dialog. Das ist ein bewusster Schritt: weg von der Verbrennung, hin zu Produkten mit über 90 bis 95 Prozent geringerer Schadstoffbelastung. Wir steuern diesen Prozess über klar priorisierte Investitionen und ein intensives Engagement im politischen Diskurs. Unser Anspruch: ein überwiegend rauchfreies Geschäftsmodell bis 2035.
Ihr Kommentar zur Forderung nach höheren Steuern?
Wenn Steuern zu schnell steigen und den Preis von Produkten in die Höhe schnellen lassen, verlagert sich Konsum in den Schwarzmarkt. Und der ist bereits groß. Beispiel E-Zigarette: Hier wird der Anteil illegaler Produkte auf bis zu 50 Prozent geschätzt. Eine weitere Steigerung der Steuerlast erhöht die Gefahr, dass Verbraucher noch mehr auf unsichere Produkte ausweichen, die weder besteuert noch kontrolliert sind.