Fast alle Verbraucher in Deutschland lassen sich beim Einkaufen von Rabatten beeinflussen. Das geht aus einer Umfrage des Technologieunternehmens Shopfully hervor, das sich auf die digitale Vermarktung stationärer Handelsangebote spezialisiert hat. Demnach geben 97 Prozent der Befragten an, dass Sonderangebote ihre Kaufentscheidung beeinflussen. 58 Prozent bezeichnen den Einfluss sogar als stark oder sehr stark.
Höhere Wechselbereitschaft zwischen verschiedenen Händlern
Die Studie mit dem Titel „The State of Shopping 2026“ zeichnet das Bild einer preissensiblen Verbraucherschaft: 67 Prozent der Befragten rechnen laut der Erhebung nicht mit einer Verbesserung ihrer Kaufkraft. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) gibt an, steigende Kosten durch den gezielten Kauf von Aktionsware auszugleichen. 39 Prozent nutzen dafür verstärkt Coupons, und 36 Prozent greifen häufiger zu günstigeren Marken oder Eigenmarken. Gleichzeitig erklären 45 Prozent der Befragten, in keinem der abgefragten Bereiche Ausgaben reduzieren zu wollen.
Für den Lebensmittelhandel enthält die Umfrage eine klare Botschaft: Der stationäre Einkauf dominiert weiterhin. Bei Lebensmitteln und Getränken kaufen den Angaben zufolge 97 Prozent der Befragten vorwiegend im Geschäft. Insgesamt geben 56 Prozent an, überwiegend stationär einzukaufen, während reines Online-Shopping mit 3 Prozent kaum eine Rolle spielt. Allerdings wächst die Wechselbereitschaft zwischen verschiedenen Händlern: 38 Prozent verteilen ihre Einkäufe auf mehrere Geschäfte. So möchten sie von den jeweils besten Angeboten profitieren.
Mehr als die Hälfte recherchiert vor dem Einkauf online
Trotz der starken Bindung an den stationären Handel beginnt die Kaufentscheidung häufig im Netz. 54 Prozent der Befragten recherchieren vor dem Einkauf immer oder oft online, weitere 26 Prozent tun dies gelegentlich. Dabei nutzen 47 Prozent Online-Marktplätze als Informationsquelle, fast ebenso viele (45 Prozent) greifen auf Websites oder Apps zurück, die Prospekte und Angebote bündeln. „Der stationäre Handel bleibt zentral, aber die Kaufentscheidung wird immer häufiger digital vorbereitet“, sagte für Shopfully dessen Deutschland-Chef Julian Klein. Händler und Marken müssten dort sichtbar sein, wo Verbraucher recherchieren.
Shopfully führte die Studie nach eigenen Angaben im März 2026 unter 6.605 Nutzern in acht europäischen Ländern durch, darunter Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien. Befragt wurden ausschließlich Nutzer der firmeneigenen Apps im Alter ab 25 Jahren. Das Unternehmen, das früher in Deutschland unter dem Namen Offerista bekannt war, bezeichnet sich selbst als europäischer Marktführer im Bereich der digitalen Kundenführung in den stationären Handel.