Die Bundesfachgruppe Obstbau protestiert gegen die jüngste Folge des ARD-Krimis „Tatort“ mit dem Titel „Letzte Ernte“, der am Sonntag ausgestrahlt wurde. Es würden einseitig Vorurteile bedient und Pflanzenschutz pauschal mit Kriminalität gleich gesetzt.
Der Norddeutsche Rundfunk als zuständige Sendeanstalt betont derweil den fiktiven Charakter des Krimis.
Bundesfachgruppe: verzerrtes Bild vermittelt
Der Krimi berühre zentrale Fragen, die die Branche und die ländlichen Räume insgesamt prägten. Das stellt die Bundesfachgruppe fest. „Doch anstatt einen realistischen Blick auf diese Herausforderungen zu werfen, vermittelt die Darstellung des Obstbaus im Film ein verzerrtes und in Teilen sachlich falsches Bild.“
Der Film greife Themen auf, die viele Obstbaubetriebe in Deutschland täglich beschäftigten: den wirtschaftlichen Druck in der Produktion, die Herausforderungen im Pflanzenschutz, den Mangel an Saisonarbeitskräften und die fehlende Perspektive für Hofnachfolgerinnen und -nachfolger.
Vorwurf: Dämonisierung einer ganzen Berufsgruppe
Aber: „Sowohl der konventionelle als auch der ökologische Obstbau werden in überzogener, teilweise tendenziöser Weise dargestellt. Die pauschale Gleichsetzung von Pflanzenschutz mit Gesundheitsgefahr und kriminellem Handeln entbehrt jeder Grundlage. Diese Form der Zuspitzung trägt nicht zu einem besseren Verständnis für den heimischen Obstanbau bei, sondern vertieft bestehende Gräben zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft.“
Die Bundesfachgruppe Obstbau bedauert, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender mit dieser Produktion „einseitige Vorurteile“ bediene, statt die komplexen Herausforderungen des Obstbaus differenziert darzustellen. Die Millionen Menschen in Deutschland, die täglich Obst aus regionaler Erzeugung genössen, verdienten ein Bild, das der Realität gerecht werde – „und nicht die Dämonisierung einer ganzen Berufsgruppe“.
Bundesfachgruppe: stellen uns großen Aufgaben unserer Zeit
Die Bundesfachgruppe betont: „Unsere Betriebe stellen sich den großen Aufgaben unserer Zeit – vom Schutz der Umwelt über faire Arbeitsbedingungen bis hin zu regionaler Versorgung und Biodiversität. Wir arbeiten nach strengsten gesetzlichen Vorgaben, nutzen modernste Technik zur Minimierung von Risiken und tragen selbst die Verantwortung für das, was wir ernten und essen.“
