Nachhaltigkeit Followfood macht mehr Umsatz im Markengeschäft

Der Lebensmittelhersteller Followfood hat seinen Geschäftsbericht 2025 gemeinsam mit dem ersten Impact Report nach dem VSME-Standard vorgelegt. Das ist ein neuer, freiwilliger Rahmen für Nachhaltigkeits-Berichterstattung. Followfood-Strategiechef Julius Palm (Foto) erläuterte die Einzelheiten.

Freitag, 08. Mai 2026, 11:02 Uhr
Thomas Klaus
Genuss mit gutem Gewissen: Julius Palm ist Head of Strategy & Brand bei Followfood und Vorstand im Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft. Bildquelle: Followfood/Maupile

Zum ersten Mal hat Followfood seinen Geschäftsbericht 2025 gemeinsam mit dem ersten Impact Report nach dem VSME-Standard vorgelegt. Der von der EU-Beratungsgruppe European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) entwickelte Voluntary Standard for SMEs schafft einen freiwilligen, europaweit vergleichbaren Rahmen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung kleiner Unternehmen und Mittelständler.

Palm: Wachstum nicht trotz, sondern wegen Nachhaltigkeit

Followfood gehört nach eigenen Angaben zu den ersten deutschen Unternehmen, die ihre nicht-finanziellen Kennzahlen nach diesem Standard offenlegen – und tut dies bewusst gemeinsam mit dem Geschäftsbericht. „Unsere Berichterstattung für 2025 zeigt, dass wir uns als nachhaltige Marke in einem herausfordernden Marktumfeld behaupten können. Mehr noch: Wir wachsen in einigen Kategorien gegen den Markt.“ Das berichtet Jürg Knoll, Geschäftsführer und Co-Gründer von Followfood.

„Wir wachsen nicht trotz, sondern wegen unserer Nachhaltigkeitsarbeit. Entgegen des viel beschworenen Nachhaltigkeitsbacklashs werden wir als Marke mit dem Versprechen ‚Genuss mit gutem Gewissen‘ gesucht“, ergänzt Julius Palm, Head of Strategy & Brand bei Followfood und Vorstand im Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft.

Erstmals Bio-Instant-Nudeln in der Hitliste

Der Umsatz im Markengeschäft von Followfood ist auch 2025 weiter gewachsen. Im Segment Dosenthunfisch wuchs das Unternehmen nach eigenen Angaben rund fünfmal stärker als der Markt und die Handelsmarken. Es baute seine Stellung als Marktführer für nachhaltig gefangenen Thunfisch aus. Der Gesamtumsatz 2025 blieb im Bereich des Vorjahres, da der Anteil an „nicht Markenprodukt“ (wie Handelsmarken) weiter reduziert wurde. Der Anteil von Markenprodukten am Gesamtumsatz wuchs auf über 90 Prozent. 

Im ersten Quartal 2026 wuchs die Marke um über 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Followfood erwartet, dass die positive Entwicklung weiter anhält. Hierbei zieht sich das deutlich zweistellige Wachstum durch alle Kategorien: Vom Tiefkühlfisch über Konservenfisch bis hin zur Tiefkühl-Pizza.

Unter den zehn umsatzstärksten Artikeln 2026 finden sich erstmals zwei Produkte der Bio-Instant-Nudeln, was aus Firmensicht zeigt: Die Followfood-Strategie, Bio in bislang konventionell dominierte Kategorien zu tragen, greift. Im Bio-Fachhandel konnte die Marke im ersten Quartal so stark wachsen, dass der Marktanteil jetzt bei fast 65 Prozent liegt.

Knoll: Es geht nicht darum, perfekt zu sein

Der Impact Report 2025 dokumentiert die ökologische und soziale Wirkung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Erstmals werden alle Daten nach dem VSME-Berichtsrahmen erhoben, was die Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen erhöht.  

„Es geht nicht darum, perfekt zu sein", sagt Jürg Knoll. „Wir möchten transparent zeigen, wo wir stehen – auch dort, wo wir noch nicht am Ziel sind. Wenn wir damit andere Unternehmen motivieren, in dieser Detailtiefe zu berichten, hat der Report seinen Zweck erfüllt." Während die Berichtspflichten aus der CSRD-Richtlinie (Corporate Sustainability Reporting Directive) für große Unternehmen gelten, bietet VSME nicht-börsennotierten KMU einen freiwilligen, aber methodisch vergleichbaren Rahmen. Followfood positioniert sich damit bewusst innerhalb der europäischen Berichtssystematik.

Palm: Wirtschaftspolitisches Signal gesetzt

Julius Palm ergänzt: „Mit dem VSME-Standard setzen wir bewusst auch ein wirtschaftspolitisches Signal: Nachhaltigkeits-Berichterstattung ist nicht nur möglich, sondern notwendig. Denn sie liefert Transparenz und Vergleichbarkeit über zentrale Wettbewerbs- und Innovationsfaktoren. Nachhaltigkeit ist nicht von Wirtschaftlichkeit zu trennen. Die planetaren Grenzen sind die Grundlage unserer Wirtschaft - und jedes Unternehmen wirkt auf sie ein. So ist es ökonomisch geboten, Nachhaltigkeit und Wirtschaft zusammenzudenken.“

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