Preisentwicklung Großhandelspreise steigen so stark wie seit drei Jahren nicht

Die Großhandelspreise in Deutschland sind im März 2026 um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen – der stärkste Anstieg seit Februar 2023. Haupttreiber sind laut Statistischem Bundesamt die Kriegshandlungen im Iran und der weiteren Region Naher Osten. Für den Lebensmittelhandel zeigt sich ein gemischtes Bild: Während Zucker und Tabak deutlich teurer wurden, sanken die Preise für Kaffee, Kakao und Milchprodukte.

Dienstag, 14. April 2026, 09:39 Uhr
Theresa Kalmer
Steigende Kosten im Großhandel: Vor allem Energie verteuert sich deutlich – mit möglichen Folgen für Preise entlang der gesamten Lieferkette. Bildquelle: Getty Images

Die Großhandelspreise in Deutschland sind im März 2026 so stark gestiegen wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Gegenüber dem Vorjahresmonat verteuerten sich die Verkaufspreise im Großhandel um 4,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Einen stärkeren Anstieg im Vorjahresvergleich verzeichnete die Behörde zuletzt im Februar 2023 mit damals 9,5 Prozent. In den Monaten Dezember 2025 bis Februar 2026 hatte die Veränderungsrate jeweils nur bei 1,2 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vormonat Februar 2026 stiegen die Großhandelspreise um 2,7 Prozent. Als Hauptgrund nannte das Statistische Bundesamt die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten, die vor allem die Großhandelspreise für Energieprodukte und Rohstoffe in die Höhe trieben.

Für den Lebensmittelhandel ergibt sich ein uneinheitliches Bild. Zucker, Süßwaren und Backwaren verteuerten sich den Angaben zufolge um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Tabakwaren kosteten 5,9 Prozent mehr als im März 2025. Beide Warengruppen dürften den Preisdruck im Handel weiter erhöhen.

Deutlich günstiger als im Vorjahr waren dagegen mehrere für den Lebensmittelhandel wichtige Warengruppen. Die Großhandelspreise für Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze sanken laut der Mitteilung um 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette verbilligten sich um 8,3 Prozent. Auch Mehl und Getreideprodukte kosteten 5,8 Prozent weniger, Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermittel gingen um 3,4 Prozent zurück.

Getrieben wurde der Gesamtanstieg der Großhandelspreise vor allem von Nicht-Lebensmitteln. Mineralölerzeugnisse lagen im Durchschnitt 17,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und 18,8 Prozent über dem des Vormonats Februar 2026. Nicht-Eisen-Erze, -Metalle und -Metallhalbzeug verteuerten sich sogar um 48,4 Prozent gegenüber März 2025.

Diese Entwicklungen können sich indirekt auch auf die Lebensmittelbranche auswirken, da steigende Energiekosten die gesamte Lieferkette belasten.

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