Produktwissen Iced Coffee treibt den Boom – warum Kaffeekonzentrate jetzt durchstarten

Hintergrund

Kaffeekonzentrate bringen den Iced-Coffee-Trend nach Hause. Junge Konsumenten treiben die Nachfrage nach schnellen Kaffeegetränken.

Mittwoch, 08. April 2026, 07:40 Uhr
Elena Kuss
Artikelbild Iced Coffee treibt den Boom – warum Kaffeekonzentrate jetzt durchstarten
Cold-Brew-Konzentrate: Kalt extrahierte Konzentrate mit milderem, weniger bitterem Geschmacksprofil. Zielgruppe: trendaffine, jüngere Konsumenten.
Im 17. Jahrhundert nutzten Seefahrer konzentrierten Kaffee, um ihn ohne Feuer zuzubereiten. Seit den 1990er-Jahren setzen Kaffeeketten Konzentrate für Mischgetränke ein. Bildquelle: Getty Images, Adobe Stock

Iced Coffee entwickelt sich vom saisonalen Trend zum festen Bestandteil der Kaffeekultur. Laut der Nestlé Ipsos Cup Studie entfallen in Deutschland bereits rund 9 Prozent aller Kaffeeanlässe auf Iced Coffee. Besonders stark wachse die Nachfrage bei jungen Käufern. In der Generation Z – also Menschen, die zwischen 1995 und 2010 geboren wurden – bevorzugen 42 Prozent kalten Kaffee. Bei jungen Millennials, zwischen 1980 und 1995 geboren, liegt der Anteil bei 17 Prozent. In den Vereinigten Staaten entfallen rund 75 Prozent der bei Starbucks verkauften Getränke auf kalte Varianten, heißt es seitens des Unternehmens. Der Markt entwickelt sich damit deutlich in Richtung erfrischender Kaffeegetränke.

Einfache Zubereitung ist wichtig

Gleichzeitig verändert sich die Erwartung an Kaffee. Konsumenten suchen neue Geschmackserlebnisse und einfache Zubereitungsformen. Aromatisierter Kaffee, oft auch „flavoured coffee“ genannt, beschreibt Kaffeegetränke mit zusätzlichen Geschmacksrichtungen wie Vanille oder Karamell. Diese Varianten der Kaffeekonzentrate sprechen insbesondere jüngere Käufer an, die Kaffee stärker als Lifestyle-Getränk verstehen.

Kaffeekonzentrate sind hochkonzentrierte Flüssigextrakte aus gerösteten Kaffeebohnen. Konsumenten verdünnen sie mit Wasser, Milch oder Eis und erhalten so in wenigen Sekunden ein servierfertiges Getränk. Ein bis zwei Esslöffel Konzentrat reichen meist für eine Tasse Kaffee. Eine Flasche mit 330 bis 500 Millilitern ergibt folglich etwa 30 bis 40 Tassen Kaffee. Unverdünnt enthält das Konzentrat deutlich mehr Koffein als normaler Kaffee. Laut Branchenangaben kann der Gehalt bis zu 500 Milligramm pro 100 Milliliter erreichen.

Herstellung

Kaffeekonzentrate entstehen durch das Aufbrühen von gemahlenem Kaffee mit einem höheren Kaffeemehl-zu-Wasser-Verhältnis als bei klassischem Filterkaffee. Hersteller extrahieren die Aromen entweder heiß oder kalt, filtern den Kaffee und stabilisieren das Konzentrat durch schonende Verfahren. Anschließend füllen sie das Produkt in Flaschen oder Portionsformate ab. Die Konzentration ermöglicht lange Haltbarkeit, gleichbleibenden Geschmack und eine schnelle Zubereitung durch Verdünnen mit Wasser, Milch oder pflanzlichen Alternativen.

Positionierung im Markt

Der Handel platziert Kaffeekonzentrate je nach Marktstruktur entweder im klassischen Kaffeeregal bei löslichem Kaffee und Ready-to-drink-Produkten oder im Kühlregal im Umfeld von Iced Coffee und gekühlten Kaffeegetränken. Neue Produkte erhalten häufig Zweitplatzierungen auf Aktionsflächen oder in Sommeraufbauten. Auffällige Displays, Probieraktionen und saisonale Inszenierungen erhöhen die Aufmerksamkeit, insbesondere bei jungen Zielgruppen.

Beim Geschmack unterscheiden sich Konzentrate von Filterkaffee. Die Getränke zeigen häufig intensive Röstaromen. Gleichzeitig enthalten sie oft weniger Säure, was viele Konsumenten als magenfreundlicher empfinden. Nach dem Öffnen empfehlen die meisten Hersteller, das Konzentrat im Kühlschrank zu lagern. Dort bleibt es etwa vier Wochen haltbar.

Im deutschen Handel bieten sowohl Start-ups als auch etablierte Marken Kaffeekonzentrate an. Dazu zählen Anbieter wie Try Moin, dm Bio, Jacobs oder Cellini Caffè. Auch Nestlé startet laut Unternehmen mit Nescafé Espresso Concentrate Style im Handel.

Vielfältige Verwendung

Kaffeekonzentrate gelten als vielseitig einsetzbar. Konsumenten nutzen sie für Iced Latte, Cold Brew oder Cocktails wie Espresso Martini. Das Konzentrat wird aber nicht nur für kalte Kaffeevarianten genutzt. Verbraucher können es auch mit heißem Wasser oder heißer Milch aufgießen.

Bilder zum Artikel

Bild öffnen Cold-Brew-Konzentrate: Kalt extrahierte Konzentrate mit milderem, weniger bitterem Geschmacksprofil. Zielgruppe: trendaffine, jüngere Konsumenten.
Bild öffnen Klassische Kaffeekonzentrate: Stark gebrühter Kaffee in flüssiger Form. Er ist die Basis für heiße und kalte Getränke.
Bild öffnen Portionskonzentrate: Vorportionierte Formate für Einzelgetränke, geeignet für ­To-go-Anwendungen und Büro.
Bild öffnen Ungesüßte Konzentrate: Purer Kaffeegeschmack ohne Zuckerzusatz. Zielgruppe: qualitäts- und ernährungsbewusste Käufer.
Bild öffnen Aromatisierte Konzentrate: Mit Geschmacksrichtungen wie Vanille oder Karamell. Fokus auf Genuss, Individualisierung und schnelle Zubereitung von Iced Coffee.

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