Fleischersatz Produktion von Fleischersatzprodukten geht erstmals zurück

Erstmals seit Beginn der Erhebung ist die Produktion pflanzlicher Fleischalternativen in Deutschland gesunken. Gleichzeitig essen die Deutschen wieder mehr Fleisch. Trotz des Rückgangs hat sich die Branche seit 2019 mehr als verdoppelt.

Montag, 18. Mai 2026, 09:36 Uhr
Theresa Kalmer
Trotz Rückgang auf Rekordniveau: Die Produktion von Fleischersatzprodukten hat sich seit 2019 mehr als verdoppelt. Bildquelle: LP-Archiv / Carsten Hoppen

Die Produktion von Fleischersatzprodukten in Deutschland ist im Jahr 2025 erstmals zurückgegangen. Nach Jahren stetigen Wachstums sank die hergestellte Menge um 1,2 Prozent auf 124.900 Tonnen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vorjahr hatten die Hersteller noch 126.500 Tonnen produziert. Auch der Wert der Produktion ging zurück: Er fiel um 2,2 Prozent auf 632,6 Millionen Euro, nach 647,1 Millionen Euro im Jahr 2024.

Trotz des Rückgangs hat sich die Branche langfristig stark entwickelt. Binnen sechs Jahren hat sich die Produktionsmenge den Angaben zufolge mehr als verdoppelt: 2019 stellten die Hersteller erst 60.400 Tonnen Fleischersatzprodukte her. Der Wert der Produktion lag damals bei knapp 0,3 Milliarden Euro.

Markt bleibt eine Nische

Im Vergleich zur klassischen Fleischindustrie bleibt der Markt für pflanzliche Alternativen allerdings eine Nische. Laut dem Statistischen Bundesamt erreichte die Produktion von Fleisch und Fleischerzeugnissen im vergangenen Jahr einen Wert von gut 45,2 Milliarden Euro – ein Plus von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit übertraf der Wert der Fleischproduktion den der Fleischersatzprodukte um mehr als das 70-Fache. 2019 lag das Verhältnis noch beim 150-Fachen.

Gleichzeitig stieg der Fleischkonsum in Deutschland zuletzt wieder an. Nach vorläufigen Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung verzehrte jeder Einwohner im Jahr 2025 durchschnittlich 54,9 Kilogramm Fleisch. In den beiden Vorjahren lag der Pro-Kopf-Verzehr mit 52,9 Kilogramm (2023) und 53,5 Kilogramm (2024) noch niedriger. Der steigende Fleischkonsum und die gleichzeitig sinkende Produktion pflanzlicher Alternativen deuten darauf hin, dass der Trend zu Fleischersatzprodukten zumindest eine Pause einlegt.

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