Mehr als die Hälfte der deutschen Verbraucher würde hybride Fleischprodukte kaufen, bei denen ein Teil des Fleischs durch pflanzliche Zutaten ersetzt wird – vorausgesetzt, Geschmack und Preis stimmen. Das geht aus einer Umfrage hervor, die der Zutatenhersteller Beneo über seinen Geschäftsbereich Meatless in Auftrag gegeben hat. An der Befragung nahmen nach Angaben des Unternehmens knapp 3.500 Personen aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden teil.
Für den Lebensmittelhandel besonders relevant: Laut der Studie achten Verbraucher beim Kauf von Hybridfleisch vor allem auf die Qualität der Fleischkomponente. Eigenschaften wie authentischer Geschmack, zertifiziertes Fleisch und regionale Herkunft beeinflussten die Kaufentscheidung demnach stärker als der Hinweis auf pflanzliche Bestandteile. Auch der Verzicht auf künstliche Zusatz- und Konservierungsstoffe zähle zu den drei wichtigsten Kaufargumenten. Tierwohlaspekte spielten den Ergebnissen zufolge ebenfalls eine Rolle.
Bei den bevorzugten Produktformaten liegt in Deutschland die Bratwurst mit 52 Prozent laut der Umfrage deutlich vorn. Hackfleisch folgt mit 27 Prozent, Burgerpatties kommen auf 11 Prozent. Besonders aufgeschlossen gegenüber Hybridprodukten zeigten sich Flexitarier, also Menschen, die ihren Fleischkonsum bewusst einschränken. Diese Gruppe greife bei fast allen Formaten lieber zur Hybridvariante als zum reinen Fleischprodukt. In der Meatless-Umfrage bezeichnete sich jeder zweite Befragte als Flexitarier. Das Unternehmen verwies in seiner Mitteilung zudem auf den Ernährungsreport des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat aus dem Jahr 2025, wonach sich mehr als jeder dritte Deutsche flexitarisch ernährt.

Meatless-Chef Hower sieht Chancen für die Fleischbranche
„Unser Ansatz, den Fleischanteil zu reduzieren aber den gewohnten Geschmack und die Qualität beizubehalten, deckt sich mit den Ergebnissen der Verbraucherbefragung“, zitierte das Unternehmen Meatless-Geschäftsführer Niels E. Hower in der Mitteilung. Hybridkonzepte könnten dazu beitragen, „die Herausforderungen der Fleischbranche in puncto Nachhaltigkeit und Verfügbarkeit zu bewältigen“.
Meatless produziert am Standort Goes in den Niederlanden Texturate auf Basis von Ackerbohnen, Reis und Mykoproteinen. Das Unternehmen gehört zu Beneo, einem Geschäftsbereich der Südzucker-Gruppe. Beneo beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 1.200 Mitarbeitende in über 80 Ländern. Für Lebensmittelhersteller seien Hybridprodukte auch eine wirtschaftliche Antwort auf steigende Fleischpreise, teilte das Unternehmen mit.