Getränkeindustrie Deutscher Biermarkt schrumpft weiter

Der gesamte Biermarkt schrumpfte 2025 um 6 Prozent. Eine gute Nachricht für die Branche war jedoch: Alkoholfreie Biere knacken beim Umsatz im Handel die 10-Prozent-Marke und sind damit die am schnellsten wachsende Sorte. 

Montag, 02. Februar 2026, 10:36 Uhr
Thomas Klaus
Hoch die Gläser! Doch Grund zur Freude hatten die deutschen Brauereien im vergangenen Jahr nur eingeschränkt. Bildquelle: Getty Images

Alkoholfreie Biere haben im Jahr 2025 beim Umsatz im Handel erstmals die 10-Prozent-Marke überschritten. Dies teilte der Deutsche Brauer-Bund unter Berufung auf Daten des Marktforschungsunternehmens Nielsen IQ mit. Beim Marktanteil könnte diese Schwelle nach Angaben des Verbands noch in diesem Jahr erreicht werden. Alkoholfreie Biere sind damit die am schnellsten wachsende Sorte auf dem deutschen Biermarkt.

Deutschland größter Markt für Alkoholfreies in Europa

In der Beliebtheitsskala hat sich das Alkoholfreie mit aktuell 9,5 Prozent Marktanteil bereits auf Platz 3 vorgearbeitet, wie der Verband ausführte. Marktführer bleibt Pils mit knapp 50 Prozent Marktanteil. Auf Platz 2 landet die ebenfalls wachsende Kategorie der Hellbiere mit rund 12 Prozent. „Die 1.500 Brauereien in Deutschland bieten eine enorme Vielfalt alkoholfreier Marken an, die ebenfalls nach dem Reinheitsgebot gebraut werden“, erklärte Verbandspräsident Christian Weber. Deutschland sei mittlerweile zum größten Markt für Alkoholfreies in Europa geworden.

Brauereien leiden unter massiver Konsumzurückhaltung

Insgesamt war der Biermarkt in Deutschland 2025 rückläufig. Wie das Statistische Bundesamt berichtete, ging der Bierabsatz im vergangenen Jahr um 6 Prozent zurück. In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk nicht enthalten. 82,5 Prozent des Bierabsatzes waren 2025 für den Inlandsverbrauch bestimmt.

Als einen der Hauptgründe für den Rückgang nennt der Brauer-Bund das Konsumklima. Die Brauereien bekämen ähnlich wie Handel und Gaststätten die massive Konsumzurückhaltung der Verbraucher zu spüren, sagte Hauptgeschäftsführer Holger Eichele. Die Situation der Gastronomie sei weiterhin besorgniserregend; viele Betriebe hätten sich seit der Pandemie nicht erholt.

Brauereien setzen auf Mehrwegflaschen

Die mit Abstand meisten Biere werden in Deutschland weiterhin in Mehrwegflaschen verkauft, wie der Verband mitteilte. Der klassische 20er-Mehrwegkasten behält einen Marktanteil von rund 50 Prozent. Mit einem Mehrweganteil von insgesamt knapp 80 Prozent übertreffen die Brauereien als einzige Branche der Getränkewirtschaft das im Verpackungsgesetz der Bundesregierung festgehaltene umweltpolitische Ziel von 70 Prozent.

Eichele: Bessere Energiepolitik von zentraler Bedeutung

Der Branchenverband fordert entschlossenere Anstrengungen der Politik insbesondere in der Energiepolitik und beim Bürokratieabbau. Energie sei neben den Löhnen der größte Kostentreiber, sagte Eichele. Stark schwankende Preise, unklare Förderbedingungen und langfristig fehlende Planungssicherheit erschwerten Investitionen in Effizienz, Klimaschutz und Innovation erheblich. „Für die Brauwirtschaft ist eine verlässliche, planbare und wettbewerbsfähige Energiepolitik von zentraler Bedeutung“, betonte der Hauptgeschäftsführer. 

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