Streit um Wasser Grüne Liga klagt gegen Ausbau von Red Bull und Rauch

Der Umweltverband Grüne Liga Brandenburg geht gerichtlich gegen den Bebauungsplan für die Getränkeproduktion von Red Bull und Rauch in Baruth/Mark vor. Der Verband befürchtet Wasserknappheit in der Region. Die beiden österreichischen Unternehmen könnten auf eine genehmigte Wasserentnahme von 2,5 Millionen Kubikmetern pro Jahr zurückgreifen.

Montag, 02. Februar 2026, 09:33 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Red Bull und Rauch wollen ihre Produktion in Brandenburg ausbauen, Red Bull plant ein neues Dosen-Werk. Das stößt bei Umweltschützern wegen des Wassers auf Bedenken. Bildquelle: Unsplash

Der Umweltverband Grüne Liga Brandenburg klagt gegen den Bebauungsplan für den Ausbau der Getränkeproduktion von Red Bull und Rauch in Baruth/Mark. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg habe einen Normenkontrollantrag erhalten, teilte Geschäftsführer Michael Ganschow mit. Zugleich beantragte der Verband, den Bebauungsplan der Stadt im Landkreis Teltow-Fläming vorläufig außer Vollzug zu setzen.

Die beiden österreichischen Unternehmen wollen in Baruth/Mark ihre Produktion ausbauen und ein eigenes Dosen-Werk errichten. Rauch ist eigentlich als Fruchtsafthersteller aus Vorarlberg bekannt, fungiert aber zugleich als großer Lohnabfüller für Red Bull. Für das Dosen-Werk hatten Rauch und Red Bull den Getränkeabfüller Urstromquelle gekauft.

Die Grüne Liga befürchtet eine zunehmende Wasserknappheit in der Region. Der Verband verweist darauf, dass Red Bull und Rauch als neue Eigentümer auf eine Wasserentnahme von rund 2,5 Millionen Kubikmetern pro Jahr zurückgreifen könnten, die für die Belieferung der Urstromquelle genehmigt war. Der Verband warnt davor, dass das für die Herstellung von Mineralwasser genehmigte Trinkwasser nicht nur zur Produktion der Getränke, sondern auch von Dosen verwendet werden könnte.

„Das Wasserdargebot sollte von der Kommune schon bei der Bauleitplanung berücksichtigt werden“, zitierte der Verband seinen Vorsitzenden Heinz-Herwig Mascher in der Mitteilung. „Es muss noch genug für die Bevölkerung da bleiben.“ Für die Produktion von Dosen wäre Trinkwasser „viel zu schade“, sagte er den Angaben zufolge. Die Grüne Liga sieht im Bebauungsplan zudem Defizite unter anderem beim Artenschutz und bei geplanten Ausgleichsmaßnahmen.

Grünen-Abgeordnete Lübcke fordert neues Gutachten

Die Brandenburger Grünen-Bundestagsabgeordnete Andrea Lübcke dringt ebenfalls auf eine Prüfung der Wasserressourcen. Sie forderte ein neues Gutachten zur Wasserverfügbarkeit, das den aktuellen wissenschaftlichen Stand berücksichtige, wie der Verband mitteilte. Lübcke war 2025 Annalena Baerbock im Bundestag nachgefolgt.

Red Bull und Rauch verweisen darauf, dass nicht mehr Wasser verbraucht werden soll als bei der Urstromquelle. Das Bundesumweltministerium hatte im vergangenen Jahr erklärt, der Wasserverbrauch beim geplanten Ausbau werde vom Land genau geprüft. Die Zahl der Mitarbeiter soll nach bisherigen Plänen im Zuge des Ausbaus von 240 auf rund 600 steigen.

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