Beschäftigungssituation Ernährungsindustrie vermeldet leichtes Plus

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie ist nach Angaben der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG) zum Stichtag 31. März 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent leicht gestiegen. Mehr als ein Drittel der Beschäftigten in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sind außerhalb von kaufmännischen und technischen Berufen tätig.

Mittwoch, 29. Oktober 2025, 10:11 Uhr
Thomas Klaus
Leichtes Plus beim Personal: Aber zugleich bewegen sich die Vakanzzeiten in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie auf einem Rekordniveau. Bildquelle: Getty Images

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie ist nach Angaben der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss zum Stichtag 31. März 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent leicht gestiegen. Mehr als ein Drittel der Beschäftigten in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sind außerhalb von kaufmännischen und technischen Berufe tätig. Auch in diesen branchenspezifischen Berufen nahm die Beschäftigung wieder zu und stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,0 Prozent. Die ANG stützt sich auf die Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

Vakanzzeit stieg auf Höchstwert auf

Seit Einführung der Statistik durch die Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2008 verzeichnet die Ernährungs- und Genussmittelindustrie zum dritten Mal in Folge einen Anstieg der Zahl der Auszubildenden. Zum Stichtag 31. März 2025 waren 24.180 Auszubildende in der Branche beschäftigt, was einem Zuwachs von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. In den ernährungstypischen Berufen hingegen ist weiterhin ein Rückgang der Auszubildendenzahlen um 4,9 Prozent zu beobachten.
Der Fachkräftemangel stellt die Unternehmen der Nahrungs- und Genussmittelindustrie nach Darstellung der ANG weiterhin vor große Herausforderungen. So gestaltet sich die Besetzung offener Stellen für die Unternehmen der Branche nach wie vor schwierig.

Die Vakanzzeit stieg im September 2025 weiterhin auf einen Höchstwert von 233 Tagen an. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 10,5 Prozent.

Zahl der offenen Stellen sank um 7,6 Prozent

In Arbeitstagen ausgedrückt müssen Unternehmen im Durchschnitt rund ein Jahr einplanen, um eine offene Stelle zu besetzen. Dies wirkt sich auch negativ auf die Schaffung neuer Stellen aus. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der offenen Stellen um 7,6 Prozent.

Die aktuellen Beschäftigungs- und Ausbildungszahlen zeigen laut ANG, dass erste Fortschritte bei der Sicherung des Fachkräftenachwuchses erzielt werden konnten. Die gestiegene Zahl an Auszubildenden sei ein positives Signal für die Zukunft der Branche. Gleichzeitig verdeutliche die anhaltend hohe Vakanzzeit von durchschnittlich 233 Tagen, dass der Arbeitsmarkt weiterhin unter starkem Druck stehe.

Entschlossene politische Reformen erforderlich

Für die Unternehmen der Ernährungs- und Genussmittelindustrie bleibt der Fachkräftemangel aus Sicht der ANG ein strukturelles Problem mit unmittelbaren Folgen für Wachstum und Innovationsfähigkeit. Mit Blick auf die wirtschaftlich angespannte Lage braucht es dem Verband zufolge jetzt entschlossene politische Reformen, um den Standort nachhaltig zu stärken.
Kim Cheng, Hauptgeschäftsführerin der ANG, erklärt: „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich unsere Branche aktiv um Nachwuchs und Fachkräfte bemüht. Damit diese Anstrengungen Wirkung entfalten können, braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen. Dazu zählen unter anderem weniger bürokratische Hürden bei der Fachkräfteeinwanderung, flexible Regelungen zur Arbeitszeitgestaltung, ein schlanker Verwaltungsaufwand für Arbeitgeber sowie eine planbare Abgabenstruktur." 

658.000 Beschäftigte in 6.000 Betrieben

Die ANG verbindet als Dachverband die neun sozialpolitischen Landesverbände sowie vier Fachverbände der Ernährungs- und Genussmittelindustrie. Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie beschäftigt in knapp 6.000 vorwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben rund 658.000 Menschen. Wie die ANG ausführt, werden in der Branche anders als in allen anderen deutschen Industrien jedes Jahr hunderte von Tarifverträgen in den einzelnen Regionen und Teilbranchen abgeschlossen und neu verhandelt. Es gibt laut ANG keinen anderen Wirtschaftsbereich in Deutschland, der eine solch differenzierte Tarifpolitik betreibt. 

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