Arbeitsmarkt Ifo-Institut sieht düstere Aussichten für den Jobmarkt

Das Ifo-Beschäftigungsbarometer fällt auf den tiefsten Stand seit fast sechs Jahren. Geopolitische Krisen belasten die Personalplanungen. Besonders betroffen sind Industrie, Handel und Dienstleister.

Mittwoch, 29. April 2026, 11:11 Uhr
Manuel Glasfort
Mehr zu tun dürften die Arbeitsvermittler in Zukunft bekommen, wenn sich die Prognosen des Ifo-Instituts bewahrheiten. Bildquelle: Getty Images

Die Unternehmen in Deutschland wollen verstärkt Stellen abbauen. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer sank im März um mehr als zwei Punkte auf den niedrigsten Wert seit fast sechs Jahren, wie das Ifo-Institut mitteilte. „Die geopolitische Unsicherheit greift auf die Personalplanungen der Unternehmen über“, erläuterte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Es werden mehr Arbeitsplätze ab- als aufgebaut.“

Kaum eine Branche bleibt verschont

Besonders der ungelöste Konflikt im Nahen Osten belastet nach Angaben des Instituts die Weltwirtschaft. Ein Ende der fast vollständigen Blockade der Straße von Hormus, die für die Ölversorgung zentral ist, zeichnet sich nicht ab. Die Folge: Die Energiepreise sind stark gestiegen, Lieferketten unterbrochen. Zuvor hatte sich bereits das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung pessimistisch geäußert.

Kaum eine Branche bleibt vom Arbeitsplatzabbau verschont, teilte das Ifo-Institut mit. Das Barometer für die Arbeitsmarktsituation in der Industrie verschlechterte sich, ebenso im Groß- und Einzelhandel. Bei den Dienstleistern sank der Indikator auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Corona-Krise.

Stellenabbau auch in Lebensmittelwirtschaft 

Für Schlagzeilen wegen Stellenabbaus in Deutschland sorgten jüngst die Handelskette Aldi Süd, der Lebensmittelkonzern Nestlé sowie der Schokoladenhersteller Ritter.

Der Logistik machen gestiegene Kosten zu schaffen. Auch im Tourismus bauen Unternehmen Arbeitsplätze ab. „Eine nachhaltige Entspannung am Arbeitsmarkt ist erst zu erwarten, wenn die Unsicherheiten deutlich nachlassen“, zitierte das Institut Wohlrabe weiter.

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