Personalsuche Händler erhalten mehr Bewerbungen, aber seltener passende Kandidaten

Die Zahl der Bewerbungen im Einzelhandel steigt deutlich, wie das EHI Retail Instituts feststellt. Doch fast die Hälfte der Händler klagt über schlechter qualifizierte Kandidaten. Künstliche Intelligenz soll künftig bei der Suche helfen.

Dienstag, 12. Mai 2026, 09:43 Uhr
Manuel Glasfort
Passt der Kandidat zum Unternehmen und zur Stelle? Diese Frage stellen sich Personaler regelmäßig. Bildquelle: Getty Images

Der Handel erhält zwar mehr Bewerbungen als in den Vorjahren, findet aber seltener geeignete Kandidaten. Dies zeigt eine Studie des EHI Retail Institute. 52 Prozent der befragten Händler erhielten in den vergangenen zwölf Monaten etwas mehr Bewerbungen, 41 Prozent sogar deutlich mehr. Gleichzeitig gaben 45 Prozent der Händler an, dass sich weniger gut geeignetes Personal bewirbt als zuvor.

Bleiben Stellen in den Zentralen längere Zeit unbesetzt, liegt dies laut EHI vor allem an hohen Erwartungen der Bewerber. „Wenn Stellen in den Zentralen längere Zeit unbesetzt bleiben, liegt dies vor allem an den hohen Ansprüchen der Bewerbenden und einer nicht ausreichenden Qualifikation“, zitierte das Institut Ulrike Witt, Koordinatorin des Forschungsprojekts Personal, in der Mitteilung. 89 Prozent der Befragten nannten zu hohe Ansprüche als Grund für die Nichtbesetzung von Stellen, 88 Prozent eine mangelnde Qualifikation. 71 Prozent gaben ein unzureichendes Recruiting-Budget an.

Für die Filialen erschweren andere Faktoren die Personalsuche. Alle befragten Händler nannten das allgemeine Image des Handels mit langen Öffnungszeiten und wenig flexiblen Arbeitszeiten als Problem. Ebenso viele beklagten die geringe Anzahl an Personal für die Personalabteilung. Um offene Stellen leichter zu besetzen, werben die Zentralen mit flexiblen Arbeitszeiten und der Möglichkeit von Arbeit aus dem Home Office. Die Filialen und die Logistik setzen vor allem auf eine vereinfachte Bewerbung und einen kurzen Recruiting-Prozess.

Händler setzen auf digitale Tools und Künstliche Intelligenz

Technologien wie Künstliche Intelligenz spielen im Recruiting-Prozess eine wachsende Rolle. In den Zentralen werden datenbasierte Tools und KI bereits alltäglich eingesetzt, in den Filialen und der Logistik ist die Talentsuche mit digitalen Tools noch weniger verbreitet. In den Filialen nutzen die Händler aktuell vor allem Bewerbungen per Messenger wie Whatsapp, Facebook oder Instagram sowie Sprachnachrichten. In der Logistik dominieren Bewerbungen via Website, beispielsweise per Video.

Für die Zukunft erwarten die Personalverantwortlichen, dass KI in fast allen Bereichen und Stufen des Recruitings eingesetzt wird, wie das EHI mitteilte. Dies reiche von passgenauen Stellenanzeigen über die Vorselektion bis hin zum Bewerbermanagement. An der Studie beteiligten sich 38 Unternehmen des deutschen Einzelhandels, davon 48 Prozent aus dem Lebensmittelhandel. 44 Prozent der teilnehmenden Händler erwirtschaften einen Jahresumsatz von über 5 Milliarden Euro, 41 Prozent beschäftigen mehr als 10.000 Mitarbeiter.

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