Im deutschen Einzelhandel sehen sich 17,4 Prozent der Unternehmen existenziell bedroht – ein neuer Höchststand. Das hat die Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts im April ergeben. Die Kaufzurückhaltung der Verbraucher sei das beherrschende Thema. Zusätzlich belasten der wachsende Online-Handel und Billiganbieter aus dem Ausland die Geschäfte.
Nur im Gastgewerbe ist die Lage noch kritischer
Damit ist die Lage im Einzelhandel deutlich kritischer als in vielen anderen Branchen. Bei den Dienstleistern sehen sich 7,6 Prozent der Unternehmen in ihrer Existenz bedroht. Auch in der Werbung und Marktforschung ist der Anteil mit 14,3 Prozent überdurchschnittlich hoch. Lediglich in der Beherbergung und Gastronomie ist die Lage noch kritischer als im Einzelhandel mit einem Wert von fast 20 Prozent. Branchenübergreifend sehen 8,1 Prozent der Unternehmen in Deutschland ihren Fortbestand gefährdet.
„Die Krise überträgt sich entlang der Lieferketten“
Drei Probleme belasten die Unternehmen: fehlende Aufträge und schwache Nachfrage, steigende Betriebs- und Energiekosten sowie eine zunehmend belastende Bürokratie. Viele Betriebe berichten von Liquiditätsengpässen, weil deren Kunden sparen oder insolvent werden. „Die Krise überträgt sich entlang der Lieferketten“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. „Wenn Kunden wegbrechen oder Aufträge stornieren, trifft das die Zulieferer und Dienstleister mit voller Wucht.“
Wohlrabe weiter: „Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt.“ Die Insolvenzzahlen dürften vor dem Hintergrund der geopolitischen Unsicherheit in den kommenden Monaten auf einem hohen Niveau bleiben, so das Ifo-Institut.