Klimafolgen Greenpeace sieht Hitzesommer-Kosten von mindestens 36 Milliarden Euro

Ernteausfälle, Waldbrände, Gesundheitskosten: Der extreme Hitzesommer hat die deutsche Wirtschaft laut Greenpeace mindestens 36 Milliarden Euro gekostet. Den größten Einzelposten machen hitzebedingte Produktivitätsverluste aus. Die Umweltorganisation vermutet jedoch, dass die tatsächlichen Kosten noch deutlich höher liegen dürften.

Montag, 24. August 2026, 09:29 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Bildquelle: Getty Images

Die Folgen des extremen Hitzesommers kosten die deutsche Wirtschaft nach Schätzungen von Greenpeace mindestens 36 Milliarden Euro. Das entspreche 0,8 bis 0,9 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung, teilte die Umweltorganisation mit. In die Berechnung flossen demnach Schäden durch Ernteausfälle, Waldbrände, Gesundheitskosten, Produktivitätsverluste und Bildungskosten ein.

Mehrere Wirtschaftszweige hart getroffen

Den größten Einzelposten machen laut der Untersuchung hitzebedingte Produktivitätsverluste aus. Bei geschätzt 25 Hitzetagen beliefen sich diese den Angaben zufolge auf 10,8 Milliarden Euro. Dahinter folgten Waldschäden mit schätzungsweise 5 bis 7,5 Milliarden Euro sowie gesundheitsbedingte Ausfälle mit 6,9 Milliarden Euro. Auch die Landwirtschaft, die Binnenschifffahrt und der Bildungsbereich seien erheblich betroffen gewesen.

Die wochenlange Trockenheit traf nach Angaben von Greenpeace mehrere Wirtschaftszweige hart. In einigen Regionen Deutschlands fiel die Ernte deutlich schwächer aus. Die Binnenschifffahrt musste wegen extremen Niedrigwassers streckenweise eingestellt werden. Das traf und trifft vor allem Branchen traf, die auf große Mengen an Rohstoffen und Vorprodukten angewiesen sind – etwa Chemie, Stahl und Mineralöl. Zudem gingen schätzungsweise Dutzende Millionen Arbeitsstunden durch die Hitze verloren.

Greenpeace sieht tatsächliche Kosten noch höher

Greenpeace betonte, dass es sich bei den Berechnungen um eine Schätzung handele. Die Organisation habe aufgrund unvollständiger Daten mit Unschärfen gearbeitet. Zugleich vermutete sie, dass die tatsächlichen Kosten noch höher liegen dürften, da einige schwerwiegende Folgen gar nicht berechnet werden könnten – etwa Auswirkungen auf das Energiesystem durch fehlendes Kühlwasser oder durch erhöhte Ozon- und Feinstaubbelastung. „Die wahren Kosten von Extremwetterereignissen wie diesem Hitzesommer liegen weit über unseren Berechnungen“, fasste Greenpeace-Finanzexperte Mauricio Vargas zusammen. 

Vargas forderte die Bundesregierung auf, auf ihrer Kabinettsklausur am Dienstag und Mittwoch entschlossen auf die Klimakrise zu reagieren. „Ein Weiter-so können wir uns schlicht nicht mehr leisten“, sagte er.

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