Die Preise für Marmeladen und Obstkonserven werden voraussichtlich weiter steigen. Grund dafür sind massive Ernteausfälle in wichtigen Anbauländern. Darüber informiert der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie.
Rohstoffpreise mit Rekordniveau
Die Rohstoffpreise haben ein Rekordniveau erreicht. Die Hersteller würden die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weitergeben. Das prognostiziert Christoph Freitag, Geschäftsführer des Branchenverbands. Besonders Premium-Produkte könnten sich verteuern. Bereits jetzt zahlen Verbraucher für Obstkonserven 46 Prozent mehr als im Jahr 2020. Für Marmeladen und Konfitüren sind es 32 Prozent mehr. Das hat das Statistische Bundesamt ermittelt.
Pflaumenernte hat sich in der EU halbiert
Vor allem bei Produkten mit Kirschen und schwarzen Johannisbeeren drohen 2025 und 2026 Engpässe. Die Kirschernte in Polen ist stark zurückgegangen. In der Türkei und in Serbien sind die Erträge um bis zu 80 Prozent eingebrochen, teilt der Verband mit. Die Pflaumenernte hat sich in der gesamten EU halbiert. In Griechenland fallen wegen Hitze und Trockenheit 40 bis 80 Prozent der Aprikosenernte aus; bei Pfirsichen ist es die Hälfte.
Deutsche Hersteller auf Importe angewiesen
Der Klimawandel hat die Wetterextreme verstärkt. Regenfälle, Hagel und Frost haben die Ernten in vielen Ländern stark geschmälert. Nach mehreren schlechten Jahren sind die Obstbestände erschöpft. Selbst normale Ernten in den kommenden Jahren würden nicht ausreichen, um den negativen Trend umzukehren. So warnt der Verband.
Deutsche Hersteller von Konfitüren und Obstkonserven sind überwiegend auf Importe aus den europäischen Partnerländern angewiesen. Der heimische Obstanbau ist zwar weniger von Ernteausfällen betroffen, für die industrielle Verarbeitung reichen die Mengen aber nicht aus.
