Sechs von zehn deutschen Verbrauchern würden für nachhaltige Verpackungen einen Aufpreis zahlen – sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Das geht aus der Studie „Sustainable Product Packaging“ hervor, die die Unternehmensberatung Simon-Kucher gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Yougov im Mai 2026 durchgeführt hat. Befragt wurden demnach 2.108 Konsumenten in Deutschland. Allerdings bleibt der Spielraum für höhere Preise eng: 30 Prozent der Befragten würden laut der Studie höchstens 5 Prozent mehr für nachhaltig verpackte Produkte bezahlen.
Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen den Altersgruppen. 83 Prozent der unter 25-Jährigen zeigen sich den Angaben zufolge bereit, für nachhaltige Verpackungen mehr auszugeben. Bei den über 54-Jährigen liegt dieser Anteil nur bei 51 Prozent. Der Abstand zwischen den Generationen sei seit 2025 um zwölf Prozentpunkte gewachsen. „Die Altersgruppen driften auseinander – das macht Markenkommunikation und Preisgestaltung für Hersteller deutlich anspruchsvoller“, sagte Mark-Daniel Rentschler, Senior Director bei Simon-Kucher, laut Mitteilung.
Trotz Inflation, hoher Energiepreise und geopolitischer Spannungen halten der Studie zufolge 71 Prozent der Befragten an ihrem Anspruch an nachhaltige Verpackungen fest. Das Thema sei für sie mindestens genauso wichtig wie zuvor. „Der Preisdruck verschiebt die Prioritäten nicht“, fasste Daniel Bornemann, Senior Partner bei Simon-Kucher, in der Mitteilung zusammen.
Verbraucher erkennen Nachhaltigkeit vor allem am Materialverbrauch
Beim Erkennen nachhaltiger Verpackungen orientieren sich die Verbraucher laut der Studie vor allem am Materialeinsatz: Fast jeder Zweite (49 Prozent) identifiziert nachhaltige Verpackungen demnach an einem möglichst geringen Materialverbrauch. Klar verständliche Recyclinghinweise spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, während offizielle Umweltlabels nur für 26 Prozent der Befragten ein zentrales Erkennungsmerkmal darstellen. 12 Prozent gaben an, nachhaltige Verpackungen nicht zuverlässig erkennen zu können.
Auch politische Eingriffe gegen Verpackungsmüll stoßen bei den Befragten grundsätzlich auf Zustimmung – allerdings mit Abstufungen. Die größte Unterstützung erhalten den Angaben zufolge Verbote bestimmter Einwegverpackungen (37 Prozent) und Vorgaben zur Reduktion von Leerraum in Verpackungen (35 Prozent). Eine Ausweitung der Pfandpflicht auf weitere Verpackungsarten befürworten dagegen nur 25 Prozent. Je stärker eine Maßnahme den Alltag oder den Komfort der Verbraucher betreffe, desto geringer falle die Akzeptanz aus, so die Studienautoren.