Bahlsen-Chef Alexander Kühnen fordert ein klares Bekenntnis von Unternehmen zur Demokratie und grenzt sich von der AfD ab. Mit Blick auf die Werte des Keksherstellers sagte Kühnen: „Wenn ich mir anschaue, welche Parteien diese Werte vertreten, dann sind das die demokratischen Parteien. Und es gibt klare Grenzen. Positionen wie Remigration sind für uns nicht akzeptabel.“
Der Manager begründete seine Haltung auch wirtschaftlich. «Wir brauchen Fachkräfte, wir brauchen offenen Handel in Europa, wir brauchen stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen», sagte Kühnen. „Vor diesem Hintergrund ist die AfD für mich keine Alternative – weder unternehmerisch noch persönlich.“
Abschottende Vorstellungen passten nicht zum Familienunternehmen aus Hannover, machte Kühnen deutlich. „Wenn ich national denke und glaube, dass hier nur bestimmte Nationalitäten arbeiten sollten, dann passt das nicht zu uns.“ Die meisten Programmpunkte der AfD seien mit Bahlsens Überzeugungen nicht vereinbar.
Bahlsen setzt auf neue Werte im Arbeitsalltag
Auch innerhalb des Unternehmens spiele Haltung eine wachsende Rolle, so Kühnen. Bahlsen habe gemeinsam mit den Beschäftigten konkrete Verhaltensweisen für den Arbeitsalltag erarbeitet, die auf vier Werten basieren: Neugier, Mut, Rückhalt und Ambition. Dazu gehörten wertschätzende Zusammenarbeit, Verantwortung und ehrliches Feedback – unabhängig von der Position im Unternehmen.
Der Umgang der Wirtschaft mit der AfD sorgt seit Längerem für Debatten. Im Oktober 2025 hatte der Verband der Familienunternehmer erstmals auch AfD-Vertreter zu einer Veranstaltung eingeladen. Nach Kritik aus Politik und Wirtschaft sowie dem Austritt namhafter Mitgliedsfirmen korrigierte der Verband seine Haltung. Präsidentin Marie-Christine Ostermann bezeichnete die Einladung laut der Mitteilung später als Fehler.