Verbraucherpreise Inflation steigt im April auf 2,9 Prozent

Die Teuerungsrate in Deutschland klettert im April auf den höchsten Stand seit Januar 2024. Energiepreise schießen um 10,1 Prozent nach oben, Kraftstoffe verteuern sich um 26,2 Prozent. Eier kosten fast 15 Prozent mehr, Butter wird dagegen um 25,4 Prozent billiger.

Dienstag, 12. Mai 2026, 09:58 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Tiefer in die Tasche greifen müssen die Verbraucher in Deutschland für manche Lebensmittel. Die allgemeine Inflation lag zuletzt bei 2,9 Prozent. Bildquelle: Getty Images

Der Iran-Krieg treibt die Preise in Deutschland. Im April kletterte die Inflationsrate auf 2,9 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Januar 2024, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im März hatte die Teuerungsrate noch bei 2,7 Prozent gelegen, im Februar bei 1,9 Prozent. Zum Vormonat März stiegen die Verbraucherpreise um 0,6 Prozent.

„Der erneute Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs hat im zweiten Monat in Folge die Gesamtteuerung verstärkt. Besonders der anhaltende Preisdruck bei Kraftstoffen ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich spürbar“, zitierte das Bundesamt seine Präsidentin Ruth Brand in der Mitteilung. Die Energiepreise schossen im April um 10,1 Prozent gegenüber dem April 2025 nach oben. Kraftstoffe verteuerten sich um 26,2 Prozent, leichtes Heizöl um 55,1 Prozent. Strom, Erdgas und Fernwärme waren dagegen billiger als ein Jahr zuvor.

Der Iran blockiert seit Wochen die Straße von Hormus. Durch die Meerenge fließt normalerweise rund ein Fünftel des globalen Rohöls und Flüssiggases. Die Blockade ließ die Rohölpreise an den Weltmärkten rasant steigen. Die Bundesregierung versucht nach Angaben des Bundesamtes mit Entlastungspaketen wie dem Tankrabatt, einer befristeten Steuersenkung, die Kosten für Autofahrer zu senken.

Schokolade und Eier werden teurer

Die Preise für Lebensmittel zogen im April um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat an. Schokolade verteuerte sich um 9,7 Prozent, Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren um 6,6 Prozent. Fleisch und Obst kosteten jeweils 3,6 Prozent mehr. Butter verbilligte sich dagegen um 25,4 Prozent, Olivenöl um 8,9 Prozent und Kartoffeln um 14,4 Prozent. Eier verteuerten sich um fast 15 Prozent. Auch Kaffee, Tee und Kakao wurden mit 11,2 Prozent teurer, Tabak um 6,2 Prozent. Unterhaltungselektronik verbilligte sich um 6,1 Prozent.

Dienstleistungen verteuerten sich im April um 2,8 Prozent zum Vorjahresmonat, allerdings weniger als im März. Die Preise für Wartung und Reparatur von Fahrzeugen stiegen um 5,0 Prozent, Restaurantbesuche um 3,2 Prozent und die Nettokaltmieten um 1,8 Prozent. Pauschalreisen wurden um 3,5 Prozent günstiger.

Der Preisschub sei bisher nicht breit angelegt, sagte Silke Tober, Inflationsexpertin des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung. So sei die Inflation bei Dienstleistungen zurückgegangen und der Anstieg der Nahrungsmittelpreise moderat.

Weil teure Energie bei Unternehmen die Produktions- und Transportkosten hochtreibt, wächst die Sorge, dass der Iran-Krieg die gesamte Wirtschaft erfasst und auch die Preise für Lebensmittel und Dienstleistungen hochschießen. Nach Daten des Ifo-Instituts will eine wachsende Zahl von Firmen die Preise anheben, etwa in der Gastronomie und im Einzelhandel, wie das Bundesamt mitteilte.

Neue Produkte

Im Heft