Molkereikonzern Hochland meldet bessere Finanzkennzahlen

Nach einem deutlichen Gewinneinbruch im Jahr 2024 hat die Hochland‑Gruppe 2025 wieder klar an Profitabilität gewonnen. Der Gewinn des Molkereikonzerns stieg um rund 70 Prozent auf 96,3 Millionen Euro. Der Umsatz ging um 8 Prozent auf 2,54 Milliarden Euro nach oben.

Montag, 11. Mai 2026, 12:12 Uhr
Thomas Klaus
Mehr Profitabilität: Der Molkereikonzern Hochland hat für 2025 deutlich bessere Kennzahlen ausgewiesen als für 2024. Bildquelle: Hochland

Der Molkereikonzern Hochland hat für 2025 wesentlich erfreulichere Finanzkennzahlen veröffentlicht als im Vorjahr. Er steigerte seinen Gewinn 2025 um rund 70 Prozent auf 96,3 Millionen Euro. Im Vorjahr war das Ergebnis noch von 107,9 Millionen auf 56,1 Millionen Euro gesunken – vor allem wegen des US‑Tochterunternehmens Franklin Foods, das sich als unrentabel erwies und 2025 verkauft wurde. Zusätzlich belasteten das Unternehmen niedrige Milchpreise sowie Exporthemmnisse infolge der Lage im Nahen Osten.

Staub: Intensives Jahr mit zufriedenstellendem Ergebnis

Der Umsatz legte 2025 um knapp 8 Prozent auf 2,54 Milliarden Euro zu. Da der Gewinn stärker wuchs als der Umsatz, verbesserte sich die EBT‑Marge um 1,4 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent. Der Jahresüberschuss stieg auf 54,7 Millionen Euro – fast das Fünffache des Vorjahres. Die Eigenkapitalquote liegt bei 65,3 Prozent, der Free‑Cash‑Flow erhöhte sich um 1,9 Millionen auf 93,1 Millionen Euro.

Finanzchef Hubert Staub sprach von einem „intensiven Jahr mit zufriedenstellendem Ergebnis“ und verweist auf strategisch notwendige Entscheidungen, die den Wachstumskurs stützen sollen.

Deutschland-Geschäft hinter den Erwartungen

Das Deutschland‑Geschäft blieb 2025 allerdings hinter den Erwartungen zurück. Grund waren volatile Milch- und Rohstoffmärkte. Während die Rahmenbedingungen zunächst gut waren, drückte ein Überangebot im zweiten Halbjahr die Milchpreise – besonders spürbar im Frischkäse‑Segment.

Am Standort Heimenkirch entsteht derzeit ein neues Hochregallager, das bis zum Sommer fertiggestellt sein soll. Im vergangenen Jahr wurden die Werke in Hergatz und Oberreute geschlossen und in die Standorte Heimenkirch und Schongau integriert, um die vegane Produktion zu bündeln.

Gervais mit Umsatzplus von 37 Prozent

Im Markengeschäft zeigte sich Hochland stabil, wenngleich das Wachstum bei Hart‑, Schnitt‑ und Schmelzkäse unter dem Marktniveau lag. Die Marke Patros stagnierte trotz eines wachsenden Weißkäsemarkts.

Deutlich dynamischer verlief das Geschäft mit Hüttenkäse: Die Marke Gervais erhöhte ihren Umsatz um 37,2  Prozent. Auch Almette legte mit plus 12,5  Prozent zu – jeweils stärker als der jeweilige Markt.

Das B2B‑Geschäft bleibt ein zentraler Wachstumstreiber, stand 2025 aber unter hohem Kosten- und Rohstoffdruck. Food Service blieb stabil; Private Label mit der Hochland-Tochter Bonifaz Kohler wuchs zwar, blieb aber hinter den Erwartungen. CEO Sebastian Schaeffer betont den Wert des breiten Geschäftsmodells, das Risiken abfedere und Chancen in verschiedenen Märkten ermögliche.

Lage im Nahen Osten belastete Exporte

Die Exporte in den Nahen Osten und nach Asien nahmen 2025 zwar zu, wurden aber durch zwei Faktoren gebremst: Erstens durch den Ausbruch der Maul‑ und Klauenseuche in Deutschland, der den Export zeitweise fast zum Stillstand brachte. Zweitens durch die angespannte Lage im Nahen Osten, die dazu führte, dass mehrere tausend Tonnen Ware nicht ausgeliefert werden konnten.

Die sogenannte Vision 2025 von Hochland ist nunmehr abgeschlossen. Das Umsatzziel von zwei Milliarden Euro wurde mit 2,5  Milliarden klar übertroffen. Beim Mengenziel – 500.000 Tonnen Käse pro Jahr – blieb Hochland mit 438.000  Tonnen jedoch deutlich zurück.

Mit der neuen Vision 2030 („We serve our customers better“) richtet sich das Unternehmen auf Produktivität, profitables Wachstum, Nachhaltigkeit und Digitalisierung aus. Bis 2030 will Hochland klimaresilienter und -freundlicher werden und seine CO₂‑Emissionen um 30  Prozent senken.

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