Die Inflationsrate in Deutschland ist im März 2026 auf 2,7 Prozent gestiegen – den höchsten Wert seit Januar 2024. Haupttreiber sind die stark gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Noch im Februar hatte die Teuerungsrate bei 1,9 Prozent gelegen.
Erster Anstieg bei den Energiepreisen seit Dezember 2023
Vor allem Kraftstoffe und Heizöl verteuerten sich drastisch. Kraftstoffe kosteten im März 20,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, leichtes Heizöl sogar 44,4 Prozent mehr. „Die deutlichen Preissteigerungen bei den Energieprodukten treiben die Inflation. Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl haben sich für die Verbraucher seit Beginn des Iran-Kriegs sprunghaft verteuert“, erklärte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes.
Insgesamt lagen die Energiepreise um 7,2 Prozent über dem Vorjahresniveau – der erste Anstieg seit Dezember 2023. Strom, Erdgas und Fernwärme blieben hingegen günstiger als vor einem Jahr. Das führte das Bundesamt unter anderem auf Maßnahmen der Bundesregierung wie reduzierte Übertragungsnetzentgelte und die Abschaffung der Gasspeicherumlage zurück.
Wieder Preissprung bei Schokolade
Für den Lebensmittelhandel relevante Entwicklungen sind vor allem: Die Nahrungsmittelpreise stiegen laut dem Statistischen Bundesamt im März nur um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und damit unterdurchschnittlich. Der Preisauftrieb schwächte sich im Vergleich zum Februar (1,1 Prozent) leicht ab. Deutlich teurer wurden den Angaben zufolge Schokolade (plus 9,6 Prozent), Obst (plus 4,7 Prozent), frisches Gemüse (plus 3,8 Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (plus 3,6 Prozent). Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren verteuerten sich um 6,1 Prozent. Eier kosteten 14,8 Prozent mehr als im Vorjahr.
Deutlich günstiger wurden dagegen Speisefette und Speiseöle mit einem Rückgang von 17,6 Prozent – darunter Butter mit minus 29,1 Prozent und Olivenöl mit minus 11,8 Prozent. Auch Molkereiprodukte verbilligten sich um 5,4 Prozent. Bei alkoholfreien Getränken verzeichnete das Bundesamt einen Preisanstieg von 4,3 Prozent, wobei Kaffee, Tee und Kakao um 12,1 Prozent zulegten. Im Vergleich zum Vormonat Februar blieben die Nahrungsmittelpreise nahezu unverändert (plus 0,1 Prozent).
Kerninflation stabil bei 2,5 Prozent
Die so genannte Kerninflation – also die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie – lag im März nach Angaben des Statistischen Bundesamtes unverändert seit Jahresbeginn bei 2,5 Prozent. Dienstleistungen verteuerten sich mit 3,2 Prozent überdurchschnittlich. Besonders stark stiegen die Preise für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (plus 7,0 Prozent) und die kombinierte Personenbeförderung (plus 6,2 Prozent). Das lag dem Bundesamt zufolge vor allem an der Erhöhung des Deutschlandticket-Preises zum Jahresbeginn. Auch Gaststätten-Dienstleistungen verteuerten sich um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Gegenüber dem Vormonat Februar stiegen die Verbraucherpreise insgesamt um 1,1 Prozent. Die Energiepreise legten binnen Monatsfrist um 7,7 Prozent zu. Dieselkraftstoff verteuerte sich allein gegenüber Februar um 22,6 Prozent, leichtes Heizöl um 43,2 Prozent. Das Statistische Bundesamt begründete diese Entwicklung mit den Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten sowie den dadurch ausgelösten Verwerfungen auf dem Rohölmarkt.
