Der Molkereikonzern Friesland Campina hat im ersten Halbjahr 2025 seinen Umsatz um 6,4 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro gesteigert. Das Betriebsergebnis legte um 20,6 Prozent auf 363 Millionen Euro zu, wie das Unternehmen mitteilte. Der Nettogewinn erhöhte sich um 25,7 Prozent auf 230 Millionen Euro. Die Verbesserungen führte das Unternehmen vor allem auf höhere Verkaufspreise zum Ausgleich gestiegener Milchpreise und der Inflation zurück.
Kosteneinsparungsprogramme sollen Effekte zum Teil ausgleichen
Allerdings erwartet das Unternehmen für die zweite Jahreshälfte 2025 einen Gewinnrückgang. Das geringere Verbrauchervertrauen werde voraussichtlich zu sinkenden Absatzmengen führen, informierte Friesland Campina. Auch ungünstige Währungsentwicklungen und eine schwächere Entwicklung der Märkte für Basismolkereiprodukte dürften die Rentabilität belasten.
Die laufenden Kosteneinsparungsprogramme sollen diese Effekte teilweise ausgleichen. Friesland Campina erwartet: Die jährlichen Bruttoeinsparungen gegenüber 2023 werden am oberen Ende der Spanne von 400 bis 500 Millionen Euro liegen.
Für Nachhaltigkeit gab es 17 Millionen Euro weniger
Die Milchanlieferung der Mitglieder sank im ersten Halbjahr 2025 um 1,6 Prozent auf 4,6 Milliarden Kilogramm. Dies führte Friesland Campina auf altersbedingte Betriebsstilllegungen und die anhaltende Unsicherheit im Sektor zurück. Der Garantiepreis für Erzeugermilch stieg um 19,6 Prozent auf 55,63 Euro je 100 Kilogramm.
Die Mitglieder erhielten für ihre Nachhaltigkeitsleistungen im Jahr 2024 insgesamt 228 Millionen Euro, 17 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Den Rückgang begründete das Unternehmen mit verschärften Klimavorgaben sowie Problemen durch die Blauzungenkrankheit.
Kindernahrung und funktionelle Inhaltsstoffe treiben Wachstum
Am besten entwickelten sich nach Unternehmensangaben die Geschäftsbereiche für Kindernahrung und funktionelle Inhaltsstoffe. Beide Sparten steigerten ihre Marktanteile und Betriebsergebnisse. Das begründete Friesland Campina mit der anhaltenden Nachfrage nach hochwertigen, spezialisierten Lebensmitteln und Inhaltsstoffen für spezifische Zielgruppen wie Kinder und Sportler.
Das Asien-Geschäft entwickelte sich dagegen schwächer. Marktunsicherheiten und zunehmender Wettbewerb führten dort zu einem Rückgang der Nachfrage und des Betriebsergebnisses.
Cashflow sank auf 43 Milllionen Euro
„Friesland Campina hat im ersten Halbjahr 2025 starke Ergebnisse erzielt“, so Vorstandschef Jan Derck van Karnebeek: „Die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit wird den Gewinn in der zweiten Jahreshälfte 2025 voraussichtlich unter Druck setzen.“ Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sank im ersten Halbjahr 2025 auf 43 Millionen Euro, nach 247 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
