Der schwedische Hygiene- und Gesundheitskonzern Essity hat in seinem Werk in Mannheim eine neue Rauchgasreinigungsanlage mit Nasselektrofilter in Betrieb genommen. Das Unternehmen investierte rund 22 Millionen Euro in die Anlage, wie Essity mitteilte. Das Bundesumweltministerium förderte das Projekt demnach mit 1,7 Millionen Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm. Die deutsche Essity-Tochter stellt an ihrem Sitz in Mannheim Hygienepapiere wie Toilettenpapier, Haushaltstücher und Taschentücher her.
Erste großtechnische Anwendung in deutscher Zellstoffindustrie
Die neue Anlage kombiniert einen Gegenstromwäscher mit einem Nasselektrofilter und scheidet damit gasförmige Emissionen, Aerosole und Feinstaub ab. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um die erste großtechnische Anwendung dieser Technologie in der deutschen Zellstoffindustrie. Die Aerosol-, Feinstaub- und Schwefeldioxid-Emissionen des Werks sinken den Angaben zufolge um mehr als 70 Prozent gegenüber den früheren Werten.
Die Anlage ermöglicht den Angaben zufolge zudem die Rückgewinnung von Rohstoffen. Jährlich können etwa 45 Tonnen Magnesiumoxid und etwa 25 Tonnen Schwefel wiederverwendet werden, wie das Unternehmen mitteilte. Dies vermeide die Primärproduktion und reduziere den Kohlendioxid-Ausstoß um 104 Tonnen pro Jahr. Essity will die Kohlendioxid-Emissionen bis 2030 um 35 Prozent senken und bis 2050 klimaneutral werden.
Essity setzt auf innovative Filtertechnologie
Der neue Filter erreicht eine Schornsteinhöhe von knapp 60 Metern. Der bisherige Kamin war 135 Meter hoch. Die Anlage reinigt die Rauchgase aus den Rückgewinnungskesseln 6 und 7, die beim Verbrennen der Dicklauge aus der Zellstoffproduktion entstehen. „Mit dem Nasselektrofilter setzen wir neue Maßstäbe für die Papierproduktion in Deutschland. Wir reduzieren Emissionen, schonen Ressourcen und sichern den Weiterbetrieb unserer Anlagen unter strengsten Umweltauflagen“, so Klaus Kuhn, Leiter des Bereichs Pulp & Energy im Werk.
Werkleiter Carlo Russo erklärte: „Dieses Projekt zeigt, wie wir mit innovativer Technologie unsere Klimaziele erreichen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit stärken.“ Die Installation umfasste Rohrleitungen mit Querschnitten von 3,5 Metern, tonnenschwere Wabenmodule und eine neue Rohrbrücke. Während des Herbststillstands baute das Unternehmen die Rauchgasleitungen um und installierte die Schaltanlage.