Österreichischer Fleischverarbeiter Norbert Marcher steigt bei bayerischen Schlachtbetrieben ein

Die Erzeugergemeinschaft Südbayern verkauft 51 Prozent ihrer Schlachtbetriebe in Landshut und Vilshofen an das österreichische Familienunternehmen Norbert Marcher. Die Standorte sollen erhalten bleiben, alle Arbeitsverhältnisse fortbestehen. Für Norbert Marcher bedeutet der Deal den Eintritt in den deutschen Markt als Verarbeiter.

Freitag, 08. Mai 2026, 13:11 Uhr
Manuel Glasfort
Der Schlachthof in Landshut gehört der EG Südbayern – zumindest bisher. 51 Prozent der Anteile sollen an den österreichischen Fleischverarbeiter Norbert Marcher gehen. Bildquelle: EG Südbayern

Die Erzeugergemeinschaft Südbayern verkauft die Mehrheit an ihren Schlachtbetrieben in Landshut und Vilshofen an das österreichische Familienunternehmen Norbert Marcher. Die Norbert Marcher GmbH mit Sitz in Villach übernimmt 51 Prozent der Anteile an der EG Südbayern Schlachtbetriebs GmbH, wie die Erzeugergemeinschaft mitteilte. Der Vollzug der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe. Mit dem Abschluss wird Norbert Marcher die alleinige operative und industrielle Führung der beiden Standorte übernehmen.

Die Erzeugergemeinschaft Südbayern begründet den Verkauf mit dem strukturellen Wandel im süddeutschen Schlacht- und Fleischmarkt. „Vor diesem Hintergrund haben wir uns bewusst für einen Partner entschieden, der sich klar zu den Standorten bekennt, die industrielle Verantwortung vollständig übernimmt und über umfassende Erfahrung in der Führung leistungsfähiger Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe verfügt“, zitierte die Erzeugergemeinschaft ihren Vorstandsvorsitzenden Erwin Hochecker in der Mitteilung. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte zu stärken und ihre Rolle innerhalb der regionalen Wertschöpfungskette zu sichern.

Die Erzeugergemeinschaft Südbayern mit Sitz in Pocking wurde 1967 gegründet und vertritt nach eigenen Angaben mehr als 9.000 Mitgliedsbetriebe. Sie zählt den Angaben zufolge zu den führenden Viehvermarktern Deutschlands. Die Schlachtbetriebe in Landshut und Vilshofen sollen nach Angaben der Erzeugergemeinschaft in ihrer regionalen Struktur und Funktion erhalten bleiben. Der operative Betrieb laufe unverändert weiter, alle bestehenden Geschäftsbeziehungen, Lieferketten und Arbeitsverhältnisse blieben bestehen.

Norbert Marcher betreibt elf Standorte in Österreich

Die Norbert Marcher GmbH wird in dritter Generation als Familienunternehmen geführt und betreibt nach eigenen Angaben elf Standorte in Österreich. Das Unternehmen schlachtet, zerlegt und verarbeitet Fleisch zu Wurst-, Schinken- und Convenienceprodukten. Es beliefert den Lebensmittelhandel, die Systemgastronomie sowie Industrie- und Exportkunden in Europa und darüber hinaus.

Die Übernahme der bayerischen Schlachtbetriebe stellt für Norbert Marcher den Eintritt in den deutschen Markt als Verarbeiter dar. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben bestehende Stärken weiterentwickeln und Investitionen in Technik, Prozesse und Effizienz bündeln. Die Standorte Landshut und Vilshofen sollen langfristig als Partner innerhalb der regionalen Fleisch- und Landwirtschaft positioniert werden.

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