Vergiftete Babynahrung Verdächtiger im Erpressungsfall Hipp bestreitet Vorwürfe

Im Erpressungsfall um vergiftete Babynahrung von Hipp hatten österreichische Behörden einen 39-jährigen Ex-Mitarbeiter des Unternehmens festgenommen. Doch der Verdächtige bestreitet sämtliche Vorwürfe. In mehreren Ländern hatten Ermittler insgesamt fünf mit Rattengift manipulierte Gläschen entdeckt.

Dienstag, 05. Mai 2026, 09:31 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Die Ermittlungen laufen weiter: Ein festgenommener Ex-Mitarbeiter von Hipp bestreitet die Vorwürfe im Erpressungsfall um manipulierte Babynahrung. Bildquelle: Getty Images

Im Erpressungsfall um vergiftete Babynahrung des Herstellers Hipp haben die österreichischen Behörden einen Verdächtigen festgenommen. Es handelt sich laut der Staatsanwaltschaft Eisenstadt um einen 39-jährigen Mann, der am Samstag im österreichischen Bundesland Salzburg gefasst wurde. Wie der Anwalt des Verdächtigen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, ist der Festgenommene ein ehemaliger Mitarbeiter von Hipp an einem Firmenstandort in Österreich. Der Verdächtige bestreitet den Angaben seines Anwalts zufolge jedoch sämtliche Vorwürfe. „Er hat nichts mit der Sache zu tun“, versicherte sagte der Jurist laut der Mitteilung.

Rattengift in einem der Gläschen

Der Anwalt erklärte, sein Mandant habe weder die Erpresser-Mail an Hipp verfasst noch etwas mit den vergifteten Gläschen zu tun. Das Unternehmen habe der 39-Jährige in beidseitigem Einverständnis und nicht im Streit verlassen. Die Polizei des Bundeslandes Burgenland hatte den Mann mit Unterstützung des österreichischen Bundeskriminalamtes festgenommen. Am Montag dauerte das Verhör in Eisenstadt im Osten Österreichs bereits den dritten Tag an. Weitere Details zur Identität des Verdächtigen gaben die Ermittler unter Verweis auf ermittlungstaktische Gründe nicht bekannt.

Ein Unbekannter hatte versucht, den bayerischen Babykosthersteller mit Rattengift in Babynahrung zu erpressen. In Österreich, Tschechien und der Slowakei entdeckten die Ermittler den Angaben zufolge insgesamt fünf manipulierte Gläschen. In einem in Österreich sichergestellten 190-Gramm-Gläschen „Karotten mit Kartoffeln“ fanden sie 15 Mikrogramm Rattengift. Um welche Art von Gift es sich handelt, teilten die Behörden bislang nicht mit. Nach einem sechsten möglicherweise vergifteten Glas suchten die Ermittler in Österreich zuletzt noch.

Hipp mit Sitz im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm hatte nach eigenen Angaben Ende März eine Erpresser-Mail in einem Sammelpostfach erhalten. Nachdem das Unternehmen das Schreiben im April entdeckte, alarmierte es die Behörden. Das deutsche Sortiment war laut Hipp nicht betroffen.

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