Gewürzunternehmen Hamburg Ankerkraut-Gründer kaufen Anteile von Nestlé zurück

Anne und Stefan Lemcke übernehmen nach vier Jahren wieder die volle Kontrolle über ihr Gewürzunternehmen. Der Verkauf an Nestlé hatte 2022 einen Shitstorm ausgelöst. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

Mittwoch, 15. April 2026, 10:30 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Ankerkraut wurde 2013 als Start-up gegründet und beschäftigt heute mehr als 230 Mitarbeiter. Bildquelle: Ankerkraut

Die Gründer des Hamburger Gewürzunternehmens Ankerkraut haben ihre Anteile von Nestlé zurückgekauft. Anne und Stefan Lemcke teilten der Deutschen Presse-Agentur mit, dass sie nach vier Jahren unter dem Dach des Schweizer Lebensmittelkonzerns wieder eigene Wege gehen. Über die finanziellen Details vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

Die Gründer wollen die Marke wieder unabhängig weiterentwickeln und an ihre ursprüngliche Identität anknüpfen. „Ankerkraut ist für uns mehr als ein Unternehmen – es ist unser Lebenswerk“, zitierten sie in der Mitteilung. Beide Seiten seien überzeugt, dass die Entscheidung der Marke zusätzlichen unternehmerischen Spielraum verschaffe, um die künftige Entwicklung flexibler und schneller voranzutreiben. Der Vorstandsvorsitzende von Nestlé Deutschland, Alexander von Maillot, erklärte: „Wir unterstützen den Wunsch der Gründer nach größerer unternehmerischer Eigenständigkeit.“

Nestlé hatte 2022 die Mehrheit an Ankerkraut übernommen. Der Deal löste damals einen Shitstorm in den sozialen Medien aus. Viele Nutzer warfen den Gründern vor, ihre Werte verraten zu haben. Auch Influencer wandten sich von dem Unternehmen ab. Der Groll richtete sich gegen die Wahl des Partners. Nestlé steht seit Jahren in der Kritik, mit seinen Produkten Profit auf Kosten der Ärmsten und der Umwelt zu machen. Dem Konzern werden zudem die Rodung des Regenwalds, die Ausbeutung von Wasserressourcen und Geschäfte mit Russland während des Ukraine-Kriegs vorgeworfen.

Anne und Stefan Lemcke hatten Ankerkraut 2013 als Start-up gegründet. Den Durchbruch schafften sie 2016 in der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“. Kurz vor dem Verkauf an Nestlé erzielte das Unternehmen nach eigenen Angaben mit mehr als 230 Beschäftigten einen Umsatz im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Heute beschäftigt Ankerkraut rund 160 Mitarbeiter. Die Produktpalette umfasst den Angaben zufolge mehr als 500 Gewürze und Gewürzmischungen, Tees sowie Zubehör.

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