Bauernpräsident Joachim Rukwied hat die Bundesregierung wegen der jüngsten rasanten Preissteigerungen zum Handeln aufgefordert. „Angesichts der dramatischen Preisentwicklung bei Diesel und Düngemitteln brauchen wir zwingend schnelle Entscheidungen für eine Entlastung der Landwirtschaft“, sagte Rukwied am Wochenende. „Diese enormen Kosten schnüren unseren Betrieben die Luft ab. Wenn keine schnelle Entscheidung fällt, kann es sein, dass die Erntemengen zurückgehen und die Lebensmittelpreise ab dem Sommer deutlich ansteigen.“
Die Bundesregierung müsse beim Diesel die CO₂-Besteuerung aussetzen und die Energiesteuer zeitweise reduzieren, forderte Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes. Zudem brauche es eine Preisbeobachtung für Düngemittel und eine zeitweise Aussetzung des CO₂-Grenzausgleichs für Dünger.
Die schwarz-rote Bundesregierung beschloss am Montag eine Entlastung der Verbraucher bei den Spritpreisen. So soll die Energiesteuer bei Diesel und Benzin um jeweils rund 17 Cent pro Liter gesenkt werden – allerdings begrenzt auf zwei Monate.
Erzeugerpreise zuletzt im Sinkflug
Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte waren zuletzt auf Talfahrt. Sie sanken im Februar 2026 erneut deutlich. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lagen sie um 10,9 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit beschleunigte sich der Preisrückgang weiter: Im Januar 2026 hatte das Minus noch bei 10,1 Prozent gelegen, im Dezember 2025 bei 8,3 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat Januar 2026 stiegen die Erzeugerpreise allerdings leicht um 0,6 Prozent.
Besonders stark fielen die Preise für Milch. Der Milchpreis lag den Angaben zufolge im Februar 2026 um 26,2 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor und sank auch gegenüber dem Vormonat um 3,6 Prozent. Auch bei Speisekartoffeln hielt der Preisverfall an: Sie kosteten 54,2 Prozent weniger als im Februar 2025. Bereits in den Vormonaten waren die Kartoffelpreise im Jahresvergleich um rund die Hälfte eingebrochen. Getreide verbilligte sich um 17,9 Prozent, Obst um 26,0 Prozent. Tafeläpfel waren 27,3 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor.
Champignons und Salat werden teurer
Gegenläufig entwickelten sich die Preise bei einigen tierischen Erzeugnissen und bei Gemüse. Eier verteuerten sich laut dem Statistischen Bundesamt binnen Jahresfrist um 15,9 Prozent. Die Rinderpreise stiegen um 17,1 Prozent, Geflügel wurde 5,6 Prozent teurer – getrieben vor allem durch Preissteigerungen bei Enten und Puten um 11,4 Prozent. Auch Gemüse legte im Jahresvergleich um 5,5 Prozent zu, wobei unter anderem Champignons und Salat teurer wurden. Schlachtschweine hingegen verbilligten sich um 12,9 Prozent.
Insgesamt sanken die Preise für pflanzliche Erzeugnisse im Jahresvergleich um 11,6 Prozent, die für Tiere und tierische Erzeugnisse um 10,3 Prozent. Im Monatsvergleich entwickelten sich beide Bereiche laut der Mitteilung gegenläufig: Pflanzliche Erzeugnisse verteuerten sich gegenüber Januar 2026 um 4,0 Prozent, während die Preise für Tiere und tierische Erzeugnisse um 1,3 Prozent nachgaben. Für den Lebensmittelhandel dürften die sinkenden Erzeugerpreise – insbesondere bei Milch, Kartoffeln und Getreide – mittelfristig Spielraum bei den Einkaufskonditionen eröffnen, sofern sich der Trend auf den nachgelagerten Handelsstufen fortsetzt.