Konsumgütermarkt Lebensmittelpreise bleiben trotz Iran-Krieg stabil

Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise in Deutschland nach oben – doch bei Lebensmitteln bleibt der Effekt bislang aus. Laut einer Analyse des Marktforschungsunternehmens NIQ bewegen sich die Durchschnittspreise für Produkte des täglichen Bedarfs seit Kriegsbeginn auf stabilem Niveau. 

Mittwoch, 27. Mai 2026, 09:05 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Trotz steigender Energiepreise infolge des Iran-Kriegs bleiben die Preise für Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs in Deutschland bislang weitgehend stabil. Bildquelle: Getty Images

Der Iran-Krieg hat die Energie- und Kraftstoffpreise in Deutschland nach oben getrieben – bei Lebensmitteln zeigt sich dieser Effekt bislang jedoch nicht. Das geht aus einer Analyse des Marktforschungsunternehmens NIQ hervor. Der durchschnittliche Preis pro Packung bei Produkten des täglichen Bedarfs wie Lebensmitteln, Körperpflege- und Kosmetikartikeln bewegt sich demzufolge seit Kriegsbeginn Ende Februar 2026 weitgehend stabil zwischen 2,01 und 2,08 Euro.

Düngemittel-Preisanstieg schlägt noch nicht durch

„Bislang bleibt der FMCG-Markt deutlich stabiler als beispielsweise zu Beginn des Ukraine-Kriegs“, sagte NIQ-Markenexperte David Georgi. Die deutsche Wirtschaft sei diesmal weniger direkt von den betroffenen Energie- und Rohstoffströmen abhängig. Mögliche Belastungen wirkten daher derzeit eher indirekt und verzögert. Auch im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogeriemärkten hielten sich die Auswirkungen auf die Preise noch in Grenzen, so Georgi.

Die Inflationsrate in Deutschland stieg im April auf 2,9 Prozent – den höchsten Wert seit Januar 2024. Die Lebensmittelpreise legten nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Vergleich zum Vorjahresmonat allerdings nur um 1,2 Prozent zu. Zwischen Februar und April zeigten die Daten des Bundesamts lediglich bei Gemüse größere Preisschwankungen: Blumenkohl, Wirsing, Kohl, Tomaten und Kartoffeln verteuerten sich deutlich, während Gurken, Kürbisse, Auberginen und Mais günstiger wurden.

Diese Schwankungen gehen nach Einschätzung von Ursula Schockemöhle von der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft vor allem auf ernte- und witterungsbedingte Ursachen zurück und nicht auf den Krieg. Bei Dünger hingegen lasse sich infolge des Konflikts ein Preisanstieg beobachten. Da sich viele Produzenten bevorratet hätten, werde dieser allerdings erst im kommenden Jahr voll durchschlagen.

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