Die deutsche Ernährungsindustrie erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2025 einen Umsatz von 118,8 Milliarden Euro. Dies entspricht einem realen Rückgang von 0,9 Prozent, wie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) mitteilte. Die Branche befindet sich damit im dritten Jahr der Rezession.
Hersteller-Verkaufspreise an Handel stiegen um 3,3 Prozent
Im Inland sank der Umsatz preisbereinigt um 1,9 Prozent auf 74,8 Milliarden Euro. Das Auslandsgeschäft wuchs dagegen real um 1,1 Prozent und erreichte 44,0 Milliarden Euro. Die Exportquote stieg leicht auf 37,1 Prozent, was die wachsende Bedeutung des Auslandsgeschäfts unterstreicht.
Die Verkaufspreise der Lebensmittelhersteller an den Handel stiegen im Inland um 3,3 Prozent, im Ausland sogar um 6,9 Prozent. Trotz dieser Preiserhöhungen ging der reale Umsatz zurück.
Produkte tierischer Erzeugung verteuerten sich besonders stark
Zahlreiche Herausforderungen prägen die wirtschaftliche Lage der Branche. Hohe Arbeits- und Energiekosten, bürokratische Belastungen sowie politische Unsicherheiten durch vorgezogene Neuwahlen im Februar 2025 und die Ankündigung neuer US-Zölle belasten die Unternehmen. Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts für die Ernährungsindustrie fiel im August auf 89,5 Punkte, den niedrigsten Stand seit Februar 2023.
Auch die Rohstoffpreise stiegen weiter. Der Erzeugerpreisindex für landwirtschaftliche Produkte legte um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr zu. Produkte tierischer Erzeugung verteuerten sich besonders stark mit einem Plus von 9,1 Prozent.
Minhoff: Angekündigte Entlastungen müssen schnell kommen
„Für unsere Unternehmen zählt vor allem die Verlässlichkeit der politischen Entscheidungen. Die angekündigten Entlastungen müssen jetzt schnell und umfangreich kommen“, fordert Christoph Minhoff, BVE-Hauptgeschäftsführer. Er betont zudem, wie notwendig es sei, die „überbordende Bürokratie auf deutscher und europäischer Ebene“ zu reduzieren.
Ein nachhaltiger Wachstumstrend für die deutsche Ernährungsindustrie ist laut der Bundesvereinigung derzeit nicht in Sicht. Die Branche blickt nach Einschätzung des Verbandes angesichts der anhaltenden Herausforderungen und der eingetrübten Exportaussichten mit Sorge in die Zukunft.