Insolvenzwelle Creditreform erwartet 22.400 Firmenpleiten

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland steigt 2024 um ein Viertel auf 22.400 Fälle. Besonders kleine Firmen mit weniger als zehn Mitarbeitern sind betroffen. Durch die Pleiten stehen 320.000 Arbeitsplätze auf der Kippe.

Montag, 16. Dezember 2024, 11:45 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Immer mehr Unternehmen mussten zuletzt Insolvenz anmelden. Bildquelle: Getty Images

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland wird im Jahr 2024 auf 22.400 Fälle steigen. Dies entspricht einem Anstieg von fast 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mitteilte. Es ist der höchste Stand seit 2015, als etwas mehr als 23.100 Unternehmen Insolvenz anmeldeten.

„Mit einiger Verzögerung schlagen die Krisen der vergangenen Jahre nun als Insolvenzen bei den Unternehmen durch“, erläuterte der Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch, in Frankfurt. Creditreform rechnet damit, dass die Zahl der Insolvenzen weiter steigt. Die Zahlen könnten sich bald den Höchstwerten der Jahre 2009 und 2010 nähern, als mehr als 32.000 Unternehmen Insolvenz anmeldeten.

Zu den bekanntesten Unternehmen, die 2024 Insolvenz anmeldeten, gehören Galeria Karstadt Kaufhof, FTI Touristik und Esprit Europe. Die meisten Insolvenzen betrafen jedoch kleine Unternehmen. Nach Angaben von Creditreform hatten 81,4 Prozent der insolventen Firmen höchstens zehn Beschäftigte.

Unternehmen kämpfen mit Energiepreisen und Zinsen

Die Gründe für den starken Anstieg der Insolvenzen sind vielfältig. Die Unternehmen leiden unter den Folgen der Corona-Pandemie, den hohen Energiepreisen und den gestiegenen Zinsen. Zudem sind die staatlichen Ausnahmeregelungen ausgelaufen, die während der Pandemie eine Pleitewelle verhindern sollten.

Durch die Unternehmensinsolvenzen sind nach Angaben von Creditreform im Jahr 2024 insgesamt 320.000 Arbeitsplätze in Deutschland bedroht oder bereits weggefallen.

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