HDE-Jahresprognose Einzelhandel erwartet für 2026 mageres Wachstum

Der Einzelhandel rechnet 2026 mit einem realen Umsatzplus von nur 0,5 Prozent. Fast die Hälfte der Händler erwartet sogar sinkende Umsätze. Das gab der Handelsverband Deutschland (HDE) bekannt. An die Politik richtet der HDE-Präsident Alexander von Preen (Foto) einen dringenden Appell.

Montag, 02. Februar 2026, 12:50 Uhr
Heidrun Mittler und Manuel Glasfort
Fordert bessere Rahmenbedingungen von der Politik: HDE-Präsident Alexander von Preen. Bildquelle: Intersport

Der Handelsverband Deutschland rechnet für 2026 mit einem nominalen Umsatzplus von 2 Prozent im Einzelhandel. Real entspricht dies einem Wachstum von einem halben Prozent. Darüber informierte der HDE bei seiner Jahrespressekonferenz in Berlin.

Die Gesamtumsätze sollen demnach bei 697,4 Milliarden Euro liegen. Der Online-Handel trägt davon 96,3 Milliarden Euro bei und wächst mit nominal 4,4 Prozent deutlich stärker als der stationäre Handel. Somit bleibt der Online-Handel auch 2026 der Umsatztreiber der Branche. 

Neues Jahr beginnt ohne richtigen Schwung

Die Stimmung in der Branche bleibt gedrückt. In einer Umfrage des Verbands unter knapp 600 Handelsunternehmen gaben 49 Prozent der Befragten an, dass sie mit Umsätzen unter Vorjahr rechnen. Nur 23 Prozent erwarten eine Steigerung, 29 Prozent hoffen, das Vorjahresniveau zu erreichen.

„Das neue Jahr beginnt für den Einzelhandel ohne richtigen Schwung“, betonte Präsident Alexander von Preen. Die Verbraucherstimmung verharre auf unbefriedigendem Niveau. Zu groß sei die Verunsicherung auch angesichts geopolitischer Konflikte und der Politik der US-Regierung. 

Verband beklagt hohe Energie- und Arbeitskosten

Der Verband fordert die Bundesregierung auf, sie solle die Rahmenbedingungen verbessern. 59 Prozent der befragten Unternehmen sehen Bürokratieabbau als wichtigstes Thema. Besonders die hohen Energie- und Arbeitskosten belasten die Händler. „Die Stromsteuer muss endlich zeitnah für alle gesenkt werden“, forderte von Preen. Bei den Sozialversicherungsbeiträgen brauche es eine dauerhafte Obergrenze von 40 Prozent.

Sollten die Arbeitskosten weiter steigen, rechnen 77 Prozent der befragten Unternehmen mit negativen Beschäftigungseffekten. Die Branche verlor seit 2022 bereits 60.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, obwohl sie selbst in den Corona-Jahren Stellen aufgebaut hatte. Aktuell beschäftigt der Einzelhandel 3,1 Millionen Menschen.

Der HDE-Präsident forderte ferner eine Unternehmenssteuerreform, die spürbare Entlastungen bringen soll.

Stefan Genth fordert von Verdi Augenmaß

Der HDE-Präsident forderte ferner eine Unternehmenssteuerreform, die spürbare Entlastungen bringen soll.

Hauptgeschäftsführer Stefan Genth appellierte an die Gewerkschaft Verdi und forderte Augenmaß bei der Tarifrunde, die im April 2026 beginnt. „Neue Belastungen wären Gift für die Branche“, betonte Genth. Er beschrieb die Lage auf dem Beschäftigungsmarkt als „sehr sensibel“.

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