Fast die Hälfte der deutschen Verbraucher beschäftigt sich nach eigenen Angaben intensiv mit dem Thema Ernährung. Das geht aus einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens Yougov hervor, die auf einer Befragung von rund 1.000 Konsumenten in Deutschland basiert.
Starre Diätkonzepte verlieren demnach an Bedeutung. 48 Prozent der Befragten gaben an, sich einzelne Punkte aus Ernährungsempfehlungen herauszupicken, die zu ihnen passen. Dieses flexible Verhalten spiegelt sich laut der Studie auch im Einkaufsverhalten wider: 78 Prozent der Milchkäufer greifen demnach sowohl zu Kuhmilch als auch zu pflanzlichen Alternativen.
Für den Lebensmittelhandel dürften vor allem die Umsatzzahlen einzelner Trendkategorien relevant sein. Laut Yougov verzeichneten High-Protein-Produkte ein Umsatzplus von 30 Prozent, fermentierte Produkte und solche aus dem Bereich Darmgesundheit legten um 27,1 Prozent zu, und alkoholfreie Alternativen wuchsen um 11,7 Prozent. Die drei bekanntesten Ernährungstrends unter den Befragten sind zuckerfreie und zuckerreduzierte Produkte, High-Protein-Produkte sowie alkoholfreie Alternativen – mit einer Bekanntheit von bis zu 80 Prozent.
Yougov-Studie: Zucker löst Fett als Feindbild ab
Gleichzeitig zeigt die Studie einen Wandel bei den Feindbildern der Ernährungsbewussten. Der in den 1990er- und 2000er-Jahren populäre Light-Trend, der vor allem auf Fettvermeidung setzte, verliert den Angaben zufolge an Bedeutung. An seine Stelle tritt die Reduktion von Zucker: 37 Prozent der Haushalte achten laut YouGov streng auf den Zuckergehalt ihrer Lebensmittel. „Erfolgreiche Trends sprechen vielfältige Bedürfnisse an – von Geschmack über Gesundheit bis zu Lifestyle und Wertorientierung“, zitierte Yougov den Berater ZhiXiao Hey in der Mitteilung.
Besonders ausgeprägt ist das Interesse an Ernährungsthemen laut der Studie bei den 18- bis 24-Jährigen. Soziale Medien spielen dabei eine zentrale Rolle. Als Beispiel nannte Yougov das Produkt Kefir, das durch Trends wie sogenannte Glow Drinks auf sozialen Plattformen ein Comeback erlebt habe. Nur 5 Prozent der Befragten kannten keinen der abgefragten Ernährungstrends. Die Studie basiert auf einer Befragung aus dem April 2026 sowie auf Daten aus dem hauseigenen Verbraucherpanel von Yougov.