E-Commerce Onlinehandel mit Lebensmitteln und Drogeriewaren wächst deutlich

Der Onlinehandel in Deutschland legt 2025 um knapp 4 Prozent zu – trotz schwacher Konsumstimmung. Besonders stark wächst der Internetverkauf von Lebensmitteln und Drogeriewaren. Auch ältere Verbraucher kaufen zunehmend im Netz ein.

Mittwoch, 03. Juni 2026, 11:26 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Der Onlinehandel mit Lebensmitteln wächst weiter: 2025 legte der Umsatz in dieser Warengruppe um 10,4 Prozent zu. Treiber sind unter anderem Lieferdienste und die zunehmende Akzeptanz des Onlinekaufs bei älteren Verbrauchern. Bildquelle: Getty Images

Der Onlinehandel in Deutschland wächst trotz anhaltender Konsumflaute deutlich stärker als der stationäre Einzelhandel. Besonders auffällig: Der Umsatz mit Lebensmitteln und Drogeriewaren im Internet legte 2025 um 10,4 Prozent zu. Das geht aus dem aktuellen Online-Monitor des Handelsverbands Deutschland (HDE) hervor.

Elektronik und Mode mit besonders hohem Anteil

Insgesamt setzten Onlinehändler in Deutschland 2025 gut 92 Milliarden Euro mit Neuwaren um – knapp 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2026 prognostiziert der HDE ein nominales Umsatzplus von 4,3 Prozent im Onlinehandel. Im stationären Handel erwartet der Verband dagegen nur ein Wachstum von 1,6 Prozent. „Der Onlinehandel kann sich ein Stück weit von der schlechten Umsatzentwicklung im Einzelhandel abkoppeln“, so der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp.

Dass Verbraucher zunehmend Lebensmittel und Drogeriewaren über das Internet bestellen, etwa über Lieferdienste, treibt den Onlinehandel mit Produkten des täglichen Bedarfs besonders stark an. Allerdings liegt der Online-Anteil bei Elektronik und Mode nach wie vor deutlich höher. Laut einer repräsentativen Umfrage des Instituts Appinio kaufen bereits 65 Prozent der Befragten Bekleidung und Schuhe überwiegend online. Bei Elektronik und Handys sind es den Angaben zufolge 58 Prozent, bei Haushaltsgeräten und Technik 54 Prozent. Für die Erhebung befragte das Institut im April 1.000 Menschen zwischen 15 und 65 Jahren.

HDE sieht ältere Nutzer als Wachstumstreiber

Der HDE führt das Wachstum im Onlinehandel auch auf ältere Nutzer zurück. Bei den über 55-Jährigen sei die Zahl der Onlineshopper 2025 um 3,1 Prozent gestiegen – überdurchschnittlich stark. Gleichzeitig bleibt die Verbraucherstimmung laut dem HDE-Konsumbarometer schwach, auch wenn sie sich leicht verbessert habe. E-Commerce-Expertin Karolin Junker de Neui von der Digitalberatung Etribes erklärte dazu: „Den Konsumenten ist ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis derzeit besonders wichtig.“ Dieses Bedürfnis lasse sich online besser erfüllen, weil Verbraucher dort leichter den günstigsten Preis finden könnten.

Künstliche Intelligenz spielt beim Onlinekauf eine wachsende Rolle. Laut der Appinio-Umfrage wünschen sich 60 Prozent der Befragten, dass KI die Preise für sie optimiert. Sechs von zehn Befragten vertrauen demnach einem KI-Assistenten bereits mehr als einer klassischen Kundenrezension. Zugleich lehnen 60 Prozent autonome Käufe durch KI ab – auch bei Alltagsprodukten wie Waschmittel will jeder Zweite jede Kaufentscheidung selbst treffen. Was Verbraucher davon abhält, noch häufiger online zu bestellen, sind laut der Umfrage vor allem fehlende Möglichkeiten zum Anfassen und Anprobieren (73 Prozent), komplizierte Retouren (67 Prozent) und zu lange Lieferzeiten (60 Prozent).

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