Unangemeldet Aufgeräumt bis in die Tiefkühlung – Kaufland Gütersloh überzeugt mit Disziplin auf der Fläche

Hintergrund

Hier zeigt die LP die ganze Vielfalt des Lebensmittelhandels: EinZufallsgenerator wählt für jede Ausgabe einen Markt aus – den die Redaktion anschließend inkognito besucht. Diesmal: Kaufland in Gütersloh.

Donnerstag, 25. Juni 2026, 07:40 Uhr
Heidrun Mittler
Am Stadtrand von Gütersloh: der Kaufland „am Anger“. Bildquelle: Heidrun Mittler

Am Stadtrand von Gütersloh, direkt neben der Produktions- und Verwaltungsstätte von Mestemacher, besucht die Testerin an einem frühen Dienstagabend den Kaufland. Die 4.900 Quadratmeter große Fläche ist nach einem Komplettumbau im März 2021 eröffnet worden. Vorher befand sich an dieser Stelle ein Real SB-Warenhaus. Das Gebäude verfügt über zwei Eingänge, die in eine Mall führen. Hier sind zahlreiche Untermieter zu finden, wie eine Bäckerei, ein Asia-Imbiss, eine Apotheke oder ein Reisebüro.

Stimmung 

Auf dem Weg zum Kaufland-Eingang läuft der Kunde an Aufbauten mit Blumen und Pflanzen vorbei, was grundsätzlich gut für die Stimmung sein kann. Allerdings nicht, wenn Petunien und Geranien die Köpfe hängen lassen, weil sie verdurstet oder zerrupft sind. Der Eindruck steht im krassen Gegensatz zur Auslage des Blumengeschäfts, wo farbenfrohe, optisch ansprechende Ware zum Kauf lockt. Im Markt ist die Stimmung bei Mitarbeitern und Kunden unaufgeregt. Die Konsumenten bummeln nicht über die Fläche, sondern packen ihren Wocheneinkauf in den Wagen. Dass sie dabei zielgerichtet auf die Aktionsware (Sonderplatzierungen, mit knallroten Schildern gekennzeichnet) zusteuern, gehört zum Kaufland-Konzept.

Sortiment 

Der aktuelle Werbeslogan des Unternehmens „Kaufland richtig frisch“ passt zum Angebot der Obst- und Gemüseabteilung. Zwar sind am frühen Abend einige Gemüsekisten bereits geleert, aber die ausliegenden Produkte wirken frisch, die Abteilung ist ordentlich. Ein Kühlregal mit Convenience-Produkten („to go“) direkt gegenüber ist noch reich bestückt mit frisch gepresstem Saft, verzehrfertigem Salat, Sandwiches und gekühltem Eiskaffee. Insgesamt offeriert der Kaufland mehr als 35.000 Artikel, darunter viel Nonfood. Der Backshop neben den Bedienungstheken ist fast leer geräumt. Die Präsentation von Käse, Fleisch und Wurst in Bedienung sieht „zum Anbeißen“ aus. Zwischen Fleisch und Wurst, also an einer exponierten Stelle, hängen allerdings Salami- und Wurst-Attrappen – fehlt hier die Drehzahl? Während des Besuchs hatten die zwei Verkäuferinnen jedenfalls kaum Kunden. Stattdessen haben die Verbraucher die SB-Fleischabteilung bevölkert. In vielen Warengruppen überzeugt der Markt durch ein tiefes Sortiment, etwa beim Thema Vegan.

Sauberkeit 

Großes Lob: Das Marktteam hat tagsüber die gesamte Fläche auf Vordermann gebracht. Alle Glasscheiben blitzten, die Böden waren ordentlich geputzt, kein verkrustetes Eis in den Truhen. Die Regale präsentierten sich aufgeräumt, die Ware überall vorgezogen. Nur zwei Rollis mit Verpackungsmaterial standen unnötig in der TK-Abteilung herum. Selbst im Getränkemarkt, der im Markt untergebracht ist, herrschte Ordnung. Kurz vor den Kassen ein breites Regal mit gekühlten Getränken, mit einer durchdachten Auswahl, sprich Flaschen oder Dosen aus jeder Kategorie.