Der Faire Handel in Deutschland wächst weiter. Nach heute vorgestellten Zahlen des Forums Fairer Handel (FFH) erreichte der Umsatz mit fair gehandelten Produkten einen neuen Höchstwert von 2,7 Milliarden Euro.
GEPA mit 22 Prozent mehr Umsatz
83,8 Prozent des Gesamtumsatzes wurden mit Fairtrade-gesiegelten Produkten erzielt (2,27 Milliarden, plus 5,7 Prozent). Auch der Absatz wichtiger Fairtrade-Produkte ist gewachsen. Zusätzlich zum Verkaufspreis erhielten Produzenten rund 42 Millionen Euro Prämiengelder durch Fairtrade-Verkäufe auf dem deutschen Markt.
Die anerkannten Fair-Handels-Unternehmen erreichten 2025 einen Umsatz von 275 Millionen Euro (plus 4,2 Prozent). Das größte unter ihnen, GEPA – The Fair Trade Company konnte seinen Großhandelsumsatz 2025 um 22,7 Prozent steigern.
Das zurückliegende Geschäftsjahr war für die Fair-Handels-Unternehmen angesichts starker Preisschwankungen auf den Rohwarenmärkten und entsprechendem Preisdruck auf dem Markt insgesamt herausfordernd, heißt es vom FFH.
Weltläden ebenfalls mit Plus
Die Weltläden und Weltgruppen in Deutschland haben sich 2025 wieder positiv entwickelt. Der anhaltenden Kaufzurückhaltung im stationären Einzelhandel, dem strukturellen Wandel und daraus resultierendem Ladensterben zum Trotz konnten sie ihren Gesamtumsatz in Höhe von 87 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent steigern.
Der Umsatz mit fairen Produkten aus Deutschland und Europa belief sich 2025 auf 157 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 5 Prozent. Dies ist aus Sicht des FFH auf individuelle Faktoren bei einzelnen Naturland Fair-Betrieben zurückzuführen und bedeutet keine Trendwende.
Wenig Ausgaben im internationalen Vergleich
In Deutschland gaben Verbraucher 2025 im Durchschnitt 33 Euro für fair gehandelte Produkte aus. Im internationalen Vergleich ist das wenig: Spitzenreiterin beim fairen Konsum ist die Schweiz. Dort lagen die Ausgaben 2025 bei durchschnittlich 119 Franken (ca. 129 Euro), allein für Fairtrade-gesiegelte Produkte. Auch Österreich zählt mit 88 Euro pro Person für Fairtrade-gesiegelte Produkte zu den drei stärksten Märkten und liegt damit gleichauf mit den Niederlanden. In Frankreich wurden im vergangenen Jahr rund 47 Euro pro Kopf für Produkte aus fairem Handel ausgegeben.
Löwenanteil des Umsatzes mit Lebensmitteln
Mit 84,5 Prozent wurde der Löwenanteil des Umsatzes mit Fairem Handel in Deutschland mit Lebensmitteln erzielt. Ihr Gewicht gegenüber den Non-Food-Produkten ist im Vergleich zu 2024 sogar noch gestiegen. Das liegt vor allem am größeren Umsatz mit Röstkaffee aus fairem Handel, der mittlerweile 41 Prozent des Gesamtumsatzes mit fairen Produkten in Deutschland ausmacht.
2025 wurden 26.779 Tonnen Kaffee aus fairem Handel in Deutschland abgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 3 Prozent. Der Absatz von Röstkaffee in Deutschland ist jedoch insgesamt um 1,5 Prozent gesunken. Der Marktanteil von fairem Röstkaffee liegt weiterhin bei fast 6 Prozent.
2025 wurden 6.463 Tonnen Schokolade aus fairem Handel abgesetzt, was einem Plus von rund 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das ist nach FFH-Auffassung erfreulich. Denn der Markt für Schokoladensüßwaren in Deutschland war insgesamt rückläufig. Der Bioanteil dieser Schokolade ist seit dem letzten Jahr weiter gewachsen und liegt nun bei 65 Prozent.
