Zahlungsverkehr Girocard soll künftig auch in Händler-Apps funktionieren

Banken, Sparkassen und Handel arbeiten daran, die Girocard für Zahlungen in händlereigenen Apps nutzbar zu machen. Bislang stand Deutschlands meistgenutztes Kartenzahlverfahren für App-basierte Bezahlvorgänge nicht zur Verfügung. Für den Handel könnte die Neuerung vor allem die Kosten senken – denn die Girocard ist günstiger als internationale Zahlungsanbieter.

Mittwoch, 03. Juni 2026, 09:44 Uhr
Manuel Glasfort
Bislang stand die Girocard für App-basierte Bezahlvorgänge nicht zur Verfügung. Das soll sich nun ändern. Bildquelle: Getty Images

Die Girocard soll künftig auch für Zahlungen in händlereigenen Apps nutzbar sein. Wie das EHI Retail Institute in Köln berichtet, arbeiten Banken, Sparkassen, Netzbetreiber und der Handel im Rahmen eines Pilotprojekts an der praktischen Umsetzung dieser neuen Funktion. Bislang stand die Girocard für App-basierte Bezahlvorgänge nicht zur Verfügung.

Die Girocard ist das meistgenutzte Kartenzahlverfahren im stationären Einzelhandel in Deutschland. Nach Angaben des EHI wickelte das System im Jahr 2025 rund 8,3 Milliarden Transaktionen ab. Mit der geplanten In-App-Funktion soll die Debitkarte nun auch in digitalen Kanälen einsetzbar werden – etwa für QR-Code-Zahlungen am Kassenterminal, für Click-and-Collect-Bestellungen, Lieferdienste oder Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxis und Carsharing-Anbietern.

Für Kunden soll die Einrichtung laut der Mitteilung besonders einfach ablaufen: Eine separate Registrierung oder Passworteingabe entfalle. Die Zahlung erfolge jeweils direkt in der jeweiligen Händler-App.

EHI sieht Kostenvorteil für den Handel

Für den Handel dürfte vor allem der Kostenfaktor relevant sein. Das EHI bezeichnete die Girocard als das günstigste bargeldlose Kartenzahlverfahren mit Zahlungsgarantie. Die Integration in eigene Apps könnte es Händlern den Angaben zufolge ermöglichen, ihre digitalen Angebote auszubauen, ohne auf internationale Zahlungsanbieter zurückgreifen zu müssen, die in der Regel höhere Gebühren verlangen. Zudem stärke die Funktion die eigene App als zentralen Kontaktpunkt in der Kundenbeziehung.

Die Deutsche Kreditwirtschaft plant über die In-App-Zahlung hinaus weitere Neuerungen für die Girocard. Wie das EHI weiter berichtet, arbeitet die Euro Kartensysteme unter anderem an einer Vorautorisierungsfunktion, mit der etwa Anzahlungen beim Möbelkauf möglich werden sollen. Auch die Einbindung der Debitkarte in weitere digitale Geldbörsen sei vorgesehen.

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