Christian Müller übernimmt die alleinige Führung der Digitalsparte der Schwarz-Gruppe. Sein bisheriger Co-Chef Rolf Schumann verlässt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung, wie die Schwarz Gruppe der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Schumann scheide nach sieben Jahren „in bestem gegenseitigem Einvernehmen“ aus.
Schwarz Digits als europäische Alternative
Schumann war 2019 als Chief Digital Officer zur Schwarz Gruppe gekommen und rückte im Frühjahr 2020 in den Vorstand auf. Gemeinsam mit Müller, der zu diesem Zeitpunkt als IT-Vorstand fungierte, leitete er den Angaben zufolge die Digitalisierung des Konzerns. Unter anderem führten die beiden die Kundenbindungsprogramme Lidl Plus und Kaufland Card ein, die nach Unternehmensangaben heute von mehr als 100 Millionen Menschen genutzt werden.
Müller steht nun vor der Aufgabe, Schwarz Digits als europäische Alternative zu den großen Cloud-Anbietern wie Amazon Web Services und Microsoft Azure zu positionieren. „Das ist das Ziel, was wir haben“, sagte Müller der Deutschen Presse-Agentur. Das Unternehmen wolle zum so genannten Hyperscaler werden – also zu einem Cloud-Anbieter, der weltweit Speicherkapazitäten, Rechenleistung und Werkzeuge für Künstliche Intelligenz in großem Umfang bereitstellt.
Elf Milliarden Euro für neues Rechenzentrum
Ein zentrales Vorhaben dabei ist ein neues Rechenzentrum in Lübbenau im brandenburgischen Spreewald. Die Schwarz-Gruppe investiert den Angaben zufolge elf Milliarden Euro in das Projekt – die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Konzerns. In der Anlage sollen sowohl konzerneigene Daten aus Liefer-, Bestell- und Bezahlprozessen verarbeitet als auch Speicher und Rechenleistung für externe Kunden angeboten werden. Zu den bisherigen Partnern zählen unter anderem die Polizei Baden-Württemberg und die Bundesagentur für Arbeit.
