Unangemeldet Viel Technik, weniger Orientierung – so sieht es in einem modernisierten Combi aus

Hintergrund

Hier zeigt die LP die ganze Vielfalt des Lebensmittelhandels: EinZufallsgenerator wählt für jede Ausgabe einen Markt aus – den die Redaktion anschließend inkognito besucht. Diesmal: Combi Verbrauchermarkt in Herford.

Freitag, 05. Juni 2026, 07:40 Uhr
Hedda Thielking
Der Combi-Markt in der Herforder Fußgängerzone wurde laut einer Regionalzeitung im Oktober 2025 modernisiert. Bildquelle: Hedda Thielking

Der Markt gilt als einziger Supermarkt in der Herforder Innenstadt. Autofahrer nutzen in der Regel die darüberliegenden Parkdecks – eine Verrechnung der Parkgebühren mit dem Einkauf ist jedoch nicht möglich. Der Combi mündet direkt an die Fußgängerzone. Der im Oktober modernisierte Markt präsentiert sich mit zeitgemäßer Ausstattung: Kühlmöbel mit Glastüren, Self-Scanning, vier SB-Kassen und moderne Regalsysteme. In der Vorkassenzone ergänzt eine Bäckerei mit kleinem Café das Angebot.

Stimmung 

Die Stimmung im Markt ist an diesem Samstagmittag im April überraschend ruhig. Vor allem ältere Kunden prägen das Bild, viele von ihnen schieben ihren Rollator durch die Gänge. Abgesehen von zwei freundlichen Mitarbeitern an den Bedientheken und zeitweise einer Mitarbeiterin in der Obst- und Gemüseabteilung ist auf der Fläche kein Personal zu sehen. An der Kasse stehen zwischenzeitlich zwölf Personen in der Schlange. Ein Kunde wirkt genervt. Auffällig sind zahlreiche Regallücken sowie eine unübersichtliche Warenpräsentation mit vielen Displays und Aktionsaufbauten. Besonders im Getränkebereich deutet sich ein Platzproblem an: Paletten und Großgebinde ragen in die Gänge hinein und verengen diese.

Sortiment 

Der Kundenlauf beginnt klassisch mit der Obst- und Gemüseabteilung, in die auch die Salatbar und die Sushi-Bar integriert sind. Während das Sushi-Angebot einen ansprechenden Eindruck macht, wirkt die Salatbar mit welkem Salat sowie abgestandenem Dressings eher schwach. Leider lässt die Qualität einiger Obst- und Gemüseartikel wie Kohlrabi, Auberginen, Grünspargel, Süßkartoffeln und Rhabarber zu wünschen übrig. Generell fällt die Orientierung im Markt schwer, da die Regale nicht mit Warengruppen gekennzeichnet sind. Die Beschriftungen an den Kühlregalen sind zumindest auf den ersten Blick kaum zu erkennen, da sie sich genau auf Höhe der Regalböden befinden. Vegane, vegetarische oder laktosefreie Produkte sind nicht separat gekennzeichnet und dadurch schwer auffindbar. Positiv: In der Käse- und Wursttheke sowie an den Preisschildern in der Weinabteilung ist die Herkunft der Produkte mit Länderflaggen gekennzeichnet. Kunden finden im Markt auch trendige Artikel wie schokolierte Tiefkühlfrüchte oder Trockenfleischprodukte.

Sauberkeit 

Hier zeigt sich ein gemischtes Bild: Böden, Regale und Bedientheken wirken größtenteils sauber und ordentlich. Gleichzeitig trüben ein überquellender Papierkorb im Eingangsbereich, Umverpackungen und einige – teils kühlpflichtige – Irrläufer den Gesamteindruck. Vor der Kassenzone stehen Kisten mit Aktionsware. Hier wühlt man in derselben Kiste zwischen Sektflaschen, Hundefutter und Babynahrung. Nicht schön.

Fazit: Ein modernisierter Markt mit guten Ansätzen, in puncto Sorgfalt und Organisation ist allerdings noch Luft nach oben.

Videos vom Supermarkt des Jahres 2026 - Nominierte und Gewinner