Das Münchner Startup Circular Grain will im September eine Milchalternative aus Biertreber auf den Markt bringen. Das Produkt mit dem Namen Tremi soll zunächst im Großraum München über ausgewählte Cafés und den Einzelhandel erhältlich sein, wie Amazon mitteilte.
250 Rezepturanpassungen in den vergangenen zwei Jahren
Biertreber fällt als Nebenprodukt beim Brauen an und landet bislang überwiegend im Tierfutter. Circular Grain will daraus ein Getränk für den menschlichen Verzehr herstellen. Nach eigenen Angaben enthält Tremi dreimal so viel Protein und sechsmal weniger Zucker als herkömmliche Hafermilch. Zum Start plant das Unternehmen zwei Varianten: Tremi Original und Tremi Barista.
Drei Absolventinnen der Technischen Universität München – Nathalie Stellwag, Marina Hijano Moreno und Denise Ilogu – gründeten das Unternehmen aus einem Studierendenprojekt heraus. In den vergangenen zwei Jahren führte das Team den Angaben zufolge Verkostungen mit 1.500 Teilnehmern durch und durchlief mehr als 250 Rezepturanpassungen. Insgesamt habe Circular Grain bislang über 500.000 Euro an Fördermitteln und Investorengeldern eingesammelt. „Wir nutzen Ressourcen, die bereits vorhanden sind“, zitierte Amazon Mitgründerin Marina Hijano Moreno. „Mit Tremi machen wir aus Biertreber – der bisher nur wenig für menschliche Nahrungsmittel genutzt wird – eine sehr nährstoffhaltige Milchalternative.“
Amazon unterstützt Circular Grain bei der Markteinführung
Bei der Markteinführung erhält das Startup Unterstützung durch den Amazon Sustainability Accelerator. Das Förderprogramm begleitet nach Angaben von Amazon seit 2022 nachhaltigkeitsorientierte Startups in Europa und hat bislang mehr als 70 junge Unternehmen unterstützt. Circular Grain gehört zur diesjährigen Kohorte von neun europäischen Startups. Die Teilnahme sei kostenlos, Amazon erhalte keine Unternehmensanteile. Das Programm biete unter anderem Mentoring, Cloud-Gutschriften und technische Unterstützung.
Ob sich Tremi im hart umkämpften Markt für pflanzliche Milchalternativen durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Das Unternehmen setzt darauf, dass der kreislauforientierte Ansatz – die Verwertung eines bereits vorhandenen Rohstoffs ohne zusätzliche Anbauflächen – bei Verbrauchern und im Handel auf Interesse stößt.