Der Snackhersteller Mars und der Lebensmittelhändler Rewe haben erstmals einen grenzüberschreitenden Transportkorridor vollständig elektrifiziert. Die Partner transportieren Produkte von den Fabriken bis in die Regale durchgängig mit Elektro-Lastwagen, wie die Unternehmen mitteilten. Bislang hatten beide Firmen lediglich eigene, regionale Teilstrecken elektrifiziert.
Der Transport der Mars-Produkte erfolgt von der Schokoladenfabrik in Veghel in den Niederlanden, der Snackfabrik Viersen in Nordrhein-Westfalen und der Tiernahrungsfabrik in Verden über das Mars-Logistikzentrum in Minden bis zum Rewe-Zentrallager in Oranienburg bei Berlin. Von dort liefern Elektro-Lastwagen die Produkte in mehr als 300 Rewe-Märkte sowie zum Rewe-Lieferservice-Lagerstandort. Das Projekt zeigt nach Angaben der Unternehmen die operative Machbarkeit einer kompletten End-to-End-Route unter realen Bedingungen. Zugleich liefere es belastbare Erkenntnisse für eine spätere Skalierung.
Im gemeinsamen Netzwerk sind aktuell 23 batterieelektrische Lastwagen von Mars und 24 Fahrzeuge von Rewe im Einsatz. Insgesamt legten die Fahrzeuge nach Unternehmensangaben über 2,4 Millionen elektrische Kilometer zurück, sparten rund 750.000 Liter Diesel ein und vermieden knapp 2.600 Tonnen CO₂-Äquivalente, wie Mars mitteilte. Die Daten beziehen sich bei Mars auf den Zeitraum von Januar 2024 bis April 2026 sowie bei Rewe auf den Zeitraum von Januar 2025 bis April 2026.
Rewe sieht Kostenvorteil bei E-Lastwagen
Elektrische Transporte reduzieren den Angaben zufolge die wahrgenommene Lautstärke im Vergleich zu Diesel-Lastwagen um etwa die Hälfte. Dieser Vorteil greife besonders bei der Belieferung von Rewe-Märkten im städtischen Raum wie in Berlin. Auch die Fahrer profitierten von dem leiseren und dynamischeren Fahrverhalten der eingesetzten Elektro-Lastwagen.
„Unsere Botschaft an alle Spediteure und Lkw-Fuhrparkbetreiber ist, sich den Einstieg in die E-Mobilität betriebswirtschaftlich durchzurechnen“, zitierte Rewe Lars Siebel, Executive Director Logistics/SCM bei der Rewe Group, in der Mitteilung. „Schon heute ist mehr als jede zweite Tour in unserem Netzwerk mit dem E-Lkw günstiger im Betrieb und Unterhalt als der Verbrenner.“ Björn Schlenker, Leiter Supply-Chain-Integration Europa bei Mars, ergänzte: „Dieser Best Case ist übertragbar auf weitere elektrifizierbare End-to-End-Strecken und zwar grenzüberschreitend.“