Analyse Supermärkte in vielen Großstädten wichtiger für Bargeldversorgung als Banken

In manchen deutschen Großstädten bieten Einzelhändler inzwischen häufiger Zugang zu Bargeld als Geldautomaten und Bankfilialen. Das zeigt eine Analyse der Deutschen Kreditbank für die 30 einwohnerstärksten Städte. Allerdings hat die Untersuchung eine methodische Schwäche: Bei einigen Ketten wurden Filialen mitgezählt, die gar kein Bargeld auszahlen.

Dienstag, 14. April 2026, 09:20 Uhr
Theresa Kalmer
Im Einzelhandel wandern die Scheine üblicherweise vom Kunden zum Kassierer – inzwischen läuft es oft aber andersherum, denn viele Filialen bieten Bargeldabhebungen an. Bildquelle: Getty Images

Supermärkte, Discounter und Drogerien bieten in deutschen Großstädten inzwischen häufiger Zugang zu Bargeld als klassische Bankfilialen und Geldautomaten. Das geht aus einer Analyse der Deutschen Kreditbank hervor, die die Bargeldversorgung in den 30 einwohnerstärksten Städten Deutschlands untersucht hat.

Demnach kommen in den untersuchten Städten im Durchschnitt 3,4 Einzelhandelsgeschäfte mit Bargeldservice auf 10.000 Einwohner – aber nur 3,0 Geldautomaten und Bankfilialen. Lediglich in acht der 30 Städte übersteigt die Zahl der Geldautomaten noch die der Geschäfte mit Abhebungsmöglichkeit. Für die Analyse wertete die Bank Daten von Open Street Map aus und erfasste die Filialen von 23 Handelsunternehmen, darunter Aldi, Edeka, Lidl, Rewe, Penny, Kaufland und dm. Die Auswahl dieser Händler basiert den Angaben zufolge auf einer Untersuchung der Stiftung Warentest vom April 2025.

Die meisten Einzelhandelsgeschäfte mit Bargeldservice pro 10.000 Einwohner finden sich laut der Analyse in Chemnitz (4,64), gefolgt von Braunschweig (3,99) und Hannover (3,93). Am wenigsten Geschäfte mit diesem Angebot gibt es in Karlsruhe (2,65), Stuttgart (2,74) und Bielefeld (2,83). Fasst man alle Möglichkeiten zur Bargeldabhebung zusammen – also Einzelhandel und Geldautomaten –, führt Aachen mit 7,73 Optionen pro 10.000 Einwohner die Rangliste an. Duisburg bildet mit der niedrigsten Geldautomatendichte (1,43 pro 10.000 Einwohner) das Schlusslicht. Die größte Diskrepanz zwischen Handel und Geldautomaten zeigt sich in Dortmund: Dort stehen 3,38 Geschäften mit Bargeldservice nur 1,66 Geldautomaten gegenüber.

Deutsche Kreditbank sieht wachsende regionale Unterschiede

„Unsere Analyse zeigt, dass der Einzelhandel beim Zugang zu Bargeld inzwischen eine sehr zentrale Rolle spielt“, sagte Hauke Kramm, Unternehmenssprecher der Deutschen Kreditbank, laut der Mitteilung. Die Bargeldversorgung verlagere sich zunehmend an Orte des täglichen Bedarfs. Gleichzeitig entwickle sich die regionale Versorgung sehr unterschiedlich: „Während viele Städte gut aufgestellt sind, liegen andere bereits spürbar unter dem Durchschnitt.“

Die Analyse enthält allerdings eine methodische Einschränkung: Bei Rewe, Rossmann und Denns Biomarkt bieten nicht alle Filialen einen Bargeldservice an. Da keine filialspezifischen Daten vorliegen, zählte die Deutsche Kreditbank dennoch sämtliche Standorte dieser Ketten als potenzielle Abhebungsstellen. Dies kann nach eigenen Angaben lokal zu Überschätzungen führen.

Einen ausführlichen Hintergrundbericht zum Thema Bargeld im Einzelhandel lesen Sie hier.

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