Ruhig gelegen, fast schon ein bisschen zu geschniegelt für einen Discounter: Der Penny in Dortmund-Schüren liegt unweit des Phoenix-Sees – einer Gegend, die eher für gehobenes Wohnen als für klassische Discountklientel steht. Der Markt wurde 2021 komplett umgebaut und galt zu diesem Zeitpunkt laut Betreiber als einer der neuesten Penny-Märkte weltweit. Ein Anspruch, der beim Besuch an einem Mittwochmittag zumindest teilweise auf die Probe gestellt wird.
Stimmung ★★★★☆
Mittagszeit – und erstaunlich wenig Betrieb. Der Markt wirkt fast entschleunigt: kein Gedränge, kein Stress an den Regalen. Der erste Eindruck vor der Tür täuscht ein wenig. Der Parkplatz erscheint zunächst klein und ausgelastet, doch im hinteren Bereich stehen zusätzliche Stellflächen zur Verfügung. Vier Ladesäulen für E-Autos unterstreichen den modernen Anspruch des Standorts. Im Markt selbst fällt vor allem die hohe Präsenz des Personals auf. Mitarbeiter räumen Ware ein, tauschen Preisschilder, halten die Fläche in Schuss. Ein angenehmer Umgangston untereinander trifft auf klar strukturierte Abläufe – hier wird zügig gearbeitet. Ein Holzschild mit Mitarbeiterporträt begrüßt die Kundschaft als „liebe Nachbarn“ und lädt dazu ein, das Team bei Fragen direkt anzusprechen. Nahbarkeit als Konzept – das passt zur Lage im Viertel.
Sortiment ★★★★☆
Der Einstieg erfolgt klassisch über die Obst- und Gemüseabteilung – allerdings mit inszeniertem Marktcharakter. „Marktplatz Schüren“ steht über der Fläche, die mit saisonalen Aufbauten wie Gemüsesamen zusätzlich akzentuiert wird. Insgesamt wirkt das Sortiment breit für einen Discounter: Besonders die Nonfood-Fläche sticht hervor, aktuell stark auf Garten- und Saisonware ausgerichtet. Hier wird sichtbar versucht, Zusatzumsatz zu generieren. Auch in anderen Bereichen geht Penny in Schüren über das Standardmaß eines Discounters hinaus. Die Getränkeabteilung ist großzügig dimensioniert und bietet neben Klassikern auch ungewöhnlichere Produkte – etwa einen „Pornstar Martini“ im Marmeladenglas. Kleine Schwächen schleichen sich dennoch ein: In der Tiefkühlabteilung liegen Eisprodukte in Truhen, die mit „Fisch“ beschriftet sind – ein Detail, das im sonst recht durchdachten Konzept ein wenig irritiert.
Sauberkeit ★★★★★
Der Markt präsentiert sich insgesamt sehr ordentlich und gepflegt. Die Gänge sind aufgeräumt und ausreichend breit, Ware wird kontinuierlich nachgefüllt, der Eingangsbereich mit frischen Blumen wirkt einladend. Auch am Ausgang setzt sich dieses Bild fort: Blumen, moderne Kühlmöbel für Getränke to go mit Nachschubsystem – alles wirkt durchdacht. Für einen Markt, der als „neuester Penny“ gilt, überrascht allerdings das Fehlen von Self-Check-out-Kassen oder anderen digitalen Lösungen. Drei klassische Kassen – mehr nicht. Dass der Umbau inzwischen rund fünf Jahre zurückliegt, relativiert den Anspruch – und erklärt, warum der Markt heute weniger visionär wirkt als einst angekündigt.