Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat im April einen neuen Tiefpunkt in diesem Jahr erreicht. Das geht aus dem aktuellen Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) hervor. Bereits im März hatte sich die Stimmung eingetrübt – nun setzt sich der Abwärtstrend fort.
Laut der Erhebung planen die Verbraucher deutlich mehr zu sparen als noch im Vormonat. Eine Erholung des privaten Konsums sei daher weiterhin nicht absehbar. Das wirtschaftliche und politische Umfeld verunsichere die Menschen und verstärke den Wunsch, finanzielle Rücklagen zu bilden, so der Verband.
Auch die Einkommenserwartungen gingen im Vergleich zum März zurück und liegen den Angaben zufolge auf dem Niveau von Ende 2025 – und damit deutlich niedriger als vor einem Jahr. Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher fielen ebenfalls pessimistisch aus. Ein erhoffter Frühjahrsaufschwung bleibe damit aus. Einen positiven Aspekt verzeichnete der HDE allerdings: Die Anschaffungsneigung stieg trotz der insgesamt sinkenden Konsumstimmung deutlich an.
Handel warnt vor Folgen einer höheren Mehrwertsteuer
Der Verband verwies in seiner Mitteilung auch auf die aktuell diskutierte mögliche Erhöhung des regulären Mehrwertsteuersatzes von 19 Prozent auf 21 oder 22 Prozent sowie die anhaltend unsichere geopolitische Lage. Beides wirke sich negativ auf die Verbraucherstimmung aus. „Vor diesem Hintergrund ist auch in den kommenden Wochen und Monaten nicht mit einer Stärkung des privaten Konsums und gesamtwirtschaftlichem Wachstum zu rechnen“, hieß es.
Das Konsumbarometer erscheint monatlich und basiert nach Angaben des Handelsverbandes Deutschland auf einer Befragung von 1.600 Personen zu Themen wie Anschaffungsneigung, Sparverhalten und finanzieller Situation. Erstellt wird es vom Handelsblatt Research Institute im Auftrag des Verbandes. Es bildet nicht das aktuelle Kaufverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten.
